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Arbeitsmarkt
Saar-Arbeitslosigkeit weiter gesunken

 Das Vorsprechen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter wird für immer weniger Menschen zur Pflicht.
Das Vorsprechen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter wird für immer weniger Menschen zur Pflicht. FOTO: dpa / Jan Woitas
Saarbrücken. Der Arbeitsmarkt an der Saar ist weiter in einer guten Verfassung. Trotz des nahenden Winters steigt die Zahl der Beschäftigten.

Die Zahl der Arbeitslosen an der Saar ist im November gesunken – in diesem Herbst war das der dritte Rückgang in Folge. Insgesamt waren 32 600 Frauen und Männer ohne Stelle gemeldet und damit 700 oder 2,0 Prozent weniger als im Vormonat, wie die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl um 1800 Menschen oder 5,2 Prozent zurück.


Die Entwicklung wirkte sich auch auf die Arbeitslosenquote aus. Diese nahm von 6,4 Prozent im Oktober auf nun 6,3 Prozent ab. Es ist damit die niedrigte Quote seit vierzig Jahren. Im November 2016 waren es 6,7 Prozent. „Von den sonst oft bereits im November zu beobachtenden jahreszeitlich bedingten Abschwächungen war auf dem Arbeitsmarkt noch nichts zu spüren“, sagte Direktionschefin Heidrun Schulz. Als Gründe nannte sie die gute Konjunktur sowie eine anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Für rund 2500 Frauen und Männer endete die Arbeitslosigkeit im November, weil sie einen neuen Job antraten. Das waren 200 oder 6,0 Prozent weniger als im Vormonat. Auf der anderen Seite meldeten sich 2800 Saarländer neu arbeitslos – 100 oder 2,0 Prozent weniger als noch im Oktober.

Dass die Zahl der Arbeitslosen insgesamt dennoch gefallen ist, hängt mit mehreren Gründen zusammen. Die Gesamtzahl berechne sich nicht nur aus Neu- und Abmeldungen. Beispielsweise gelte jemand, der eine Fortbildung beginne, nicht mehr als arbeitslos. Auch bei einem Umzug in ein anderes Bundesland falle die Person aus der Statistik für das Saarland. Dennoch ist auch die so genannte Unterbeschäftigung gesunken – und zwar um 4,3 Prozent auf 51 200 Personen. Die Unterbeschäftigung erfasst auch die Menschen, die beispielsweise an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen oder die als Arbeitslose krank gemeldet sind.



Landesweit meldeten die Unternehmen zum Stichtag der Agentur im November 8800 offene Stellen. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Plus von 1200 Posten oder 15,5 Prozent. Großen Bedarf gab es vor allem in der Zeitarbeit (2600), im Handel (1030), im Gesundheits- und Sozialwesen (980) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (700).

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist angestiegen. Sie lag im September – das ist der aktuellste Datenstand – bei rund 389 900 Beschäftigten, also 1,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Deutschlandweit lag die Beschäftigung um 2,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten im Saarland vor allem der Handel (plus 600 auf 55 100), das Gesundheitswesen (plus 700 auf 32 500), das Sozialwesen (plus 700 auf 29 300), die öffentliche Verwaltung (plus 500 auf 23 800), der Bereich Verkehr und Lagerei (plus 500 auf 16 500) sowie das Gastgewerbe (plus 500 auf 10 200). Einen Rückgang gab es im verarbeitenden Gewerbe (minus 600 auf 97 600 Beschäftigte).

Nach Auffassung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Saarland „dürfte das zu Ende gehende Jahr 2017 eines der erfolgreichsten Jahre für den saarländischen Arbeitsmarkt werden“. Das betonte gestern IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. Seine Einschätzung: „Die positive Entwicklung dürfte sich im kommenden Jahr fortsetzen.“