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Kommentar
Das Symbol lebt weiter

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Der Mut der Frauen, die jetzt im Iran ihre Schleier lüften, ist unvorstellbar. Sie fordern ein Regime heraus, das keine Gnade bei Verstößen gegen seine Gesetze kennt. Steinigungen, Auspeitschen, Säure-Attacken oder Haft in einem Foltergefängnis sind gängige Strafen. Besonders wenn Frauen Verstöße gegen staatlich auferlegte Pflichten begehen, die – bedenkt man die Folgen – nichts anders als brutale Zwänge sind. Gegen diese  rebellieren jetzt bereits 29 Feministinnen. Öffentlich. Und das Regime reagiert wie erwartet: Es verhaftet sie. Wie es den Frauen jetzt geht, ist unklar. Von Pascal Becher
Pascal Becher

Eine Solidarisierungswelle gibt es dennoch nicht im Iran. Weder von den Millionen Frauen, die sich sogar in Umfragen des Regimes gegen Kopftücher ausgesprochen haben. Noch von den Männern, die diese Praxis ebenfalls in Frage stellen. Doch der Protest ist nicht vergebens. 2014 posteten Iranerinnen Bilder von sich mit unverdeckten Haaren. Sie sind die Vorbilder für die Frauen, die jetzt vom fanatischen Regime in Teheran ihr Recht auf Selbstbestimmung einfordern. Und auch sie werden mutiges Vorbild für neue Generationen sein.