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Tag der Entscheidung im Fall Knox

Rom. Ein ungelöster Mord, eine schöne Verurteilte und viele Verschwörungen. Seit Jahren rätselt die Welt über den Mord an der britischen Studentin Meredith Kercher. Ob Amanda Knox und ihr Ex-Freund Schuld waren, ist nun wieder Sache eines Gerichts. dpa-MitarbeiterinAnnette Reuther

Sie hat einen Job als Reporterin und plant ihre Hochzeit. Amanda Knox versucht allem Anschein nach, in den USA ein normales Leben zu leben. Doch die Justiz in Italien könnte den Plan der 27-Jährigen durchkreuzen. Denn nach fast acht Jahren, vier Urteilen und mehreren spektakulären Wendungen liegt der Fall um die ermordete britische Austauschstudentin Meredith Kercher erneut vor dem höchsten Gericht in Italien. Haben Amanda Knox , auch genannt "der Engel mit den Eisaugen", und deren damaliger Freund, der Italiener Raffaele Sollecito, die Britin in Perugia getötet?

Der Kassationsgerichtshof in Rom berät heute erneut über den Schuldspruch gegen die beiden. Knox war im Januar letzten Jahres zu 28 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden, Sollecito zu 25 Jahren. Das Berufungsgericht in Florenz hatte damals einen Freispruch der beiden aufgehoben. Das haben die Verteidiger jedoch angefochten, weil Knox und Sollecito unschuldig seien.

Bilder von Knox im Gerichtssaal wird es aber dieses Mal nicht geben. Die Amerikanerin war wohlweislich gleich nach ihrem Freispruch 2011 in ihre Heimat USA zurückgekehrt. Freiwillig werde sie niemals nach Italien zurückkehren, kündigte sie an. Zuvor hatte sie dort rund vier Jahre im Gefängnis gesessen, weil sie und Sollecito in einem ersten Indizienprozess schuldig gesprochen worden waren.

Bestätigt das Kassationsgericht nun den Schuldspruch, könnte wirklich das letzte Kapitel der Justizsaga geschrieben sein. Das wäre nicht unwahrscheinlich, weil das Gericht den Freispruch beim ersten Mal auch aufgehoben hatte.

Jedoch können die Richter den Fall auch erneut an ein anderes Gericht verweisen - das würde einen Neustart des Mammutverfahrens bedeuten.

Egal, wie das Urteil ausfällt: Zweifel wird es in dem Fall wohl immer geben. Denn was damals wirklich passiert war, ließ sich nie rekonstruieren. War ein Sexspiel ausgeufert oder war es das tödliche Ende eines Streits um eine verschmutzte Toilette? Fest steht: Anfang November 2007 wurde Kerchers halbnackte Leiche in Perugia gefunden, vergewaltigt, mit durchschnittener Kehle und etlichen Messerstichen. Schienen die schnell verhafteten Knox und Sollecito zunächst eindeutig die Täter, kamen später immer mehr Zweifel auf. Ermittlungspannen überschatteten den Fall.

Rechtskräftig verurteilt ist nur der Ivorer Rudy Guede, der wegen Beihilfe zum Mord 16 Jahre Haft bekam. Unklar ist, was passiert, wenn das Gericht nun den Schuldspruch bestätigt. Wird Knox dann ausgeliefert? Stellt Italien einen entsprechenden Antrag, müssen die US-Justiz und Außenminister John Kerry entscheiden. Letzterer würde bei einem Nein jedoch ein Zerwürfnis mit Rom auslösen. Nach US-Recht kann niemand zweimal für dasselbe Verbrechen vor Gericht gestellt werden.