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Top-Wirtschaftsnationen wollen sozialer werden

Top-Wirtschaftsnationen wollen sozialer werden

Zunehmende Ungleichheit setzt Politiker in aller Welt unter Druck. Jetzt haben sich die 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen auf ihrem Gipfel in China den Einsatz für mehr Verteilungsgerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben.

Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen (G20) setzen sozialere Leitlinien für die Wirtschaftspolitik. "Wir wollen sicherstellen, dass die Vorteile von Wirtschaftswachstum, Globalisierung und technischen Neuerungen möglichst vielen Menschen zugutekommen", versprachen sie im Abschlussdokument des G20-Gipfels in der chinesischen Stadt Hangzhou . Das wichtigste Ziel sei die Schaffung von Vollzeitarbeitsplätzen und von Jobchancen für junge Leute.

Die G20-Regierungschefs sehen sich unabhängig vom politischen System gezwungen, auf die weltweit steigende Ungleichheit zu reagieren. Die Bevölkerung von ganz verschiedenen Ländern hat zunehmend das Gefühl, dass Zuwächse der Wirtschaft vor allem den Reichen nützen. Darin wird ein wichtiger Grund für das Erstarken von Bewegungen gesehen, die sich gegen die etablierte Politik wenden. "Globalisierung ist nicht nur positiv, sie schafft auch erhöhte Ungleichheit", sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU ) in Hangzhou . "Dafür ist ein Ausgleich zu schaffen durch nachhaltigeres Wachstum und mehr soziale Sicherheit."

Ein weiterer zentraler Punkt in der Abschlusserklärung war die Abkehr von Wirtschaftsförderung durch immer billigeres Geld. Zentralbanken weltweit, allen voran die der Eurozone und der USA, haben die Märkte mit immer mehr Gratis-Geld überspült - in der Hoffnung, die lahmende Wirtschaft damit zu beleben. Doch dieses Vorgehen stellt sich zunehmend als unsozial heraus. Das Geld findet seinen Weg vor allem an die Finanzmärkte und schwemmt diese auf. Vornehmlich die Besitzer von Geldanlagen wie Aktien, direkten Firmenanteilen oder Wohnungen in bester Lage profitieren davon - also die, die bereits reich sind. Die einkommensschwachen Schichten haben das Nachsehen.

Im kommenden Jahr ist Deutschland Gastgeber der G20. Der nächste Gipfel findet im Juli 2017 in Hamburg statt. Merkel will als Gastgeberin einen Schwerpunkt auf die Themen Digitalisierung und moderne Industrieformen setzen.