Von Wadern in die ganze Welt

Wadern · 13 Millionen Euro hat Thyssen-Krupp System Engineering in eine neue Werkzeugbauhalle und ein neues Ausbildungszentrum am Standort Wadern-Lockweiler investiert. Aufträge können jetzt schneller erledigt werden.

 Michael Gorges und sein Sohn Fabian schauten sich am Samstag beim Familienfest die neue Werkzeugbauhalle von Thyssen-Krupp System Engineering in Wadern an. Foto: Rolf Ruppenthal

Michael Gorges und sein Sohn Fabian schauten sich am Samstag beim Familienfest die neue Werkzeugbauhalle von Thyssen-Krupp System Engineering in Wadern an. Foto: Rolf Ruppenthal

Foto: Rolf Ruppenthal

Der 21-jährige Maximilian Scholer aus Schmelz traut sich was. Er moderierte am Samstag die offizielle Einweihung der neuen Werkzeugbauhalle und des neuen Ausbildungszentrums von Thyssen-Krupp System Engineering am Standort Wadern-Lockweiler mit, sagte seine Chefs an und hatte auch kein Lampenfieber vor Ehrengästen wie dem Kanzleramtsminister Peter Altmaier oder der Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer .

Das könnte einen nachvollziehbaren Grund haben. Denn Scholer, der im dritten Lehrjahr eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolviert, sagte unserer Zeitung, man werde in diesem Unternehmen dazu animiert, sich mit eigenen Meinungen einzubringen, schon als Auszubildender und später auch als Facharbeiter. Dazu gehörten auch Verbesserungsvorschläge. "Die Strukturen sind nicht klar vorgegeben. Die Ideen der einzelnen Mitarbeiter sind sehr geschätzt", sagte Scholer. Nach seiner Ausbildung will er Maschinenbau studieren und möglichst im Unternehmen bleiben, denn auch der Umgang mit Technik und Robotern fasziniert ihn.

Roboter sowie jede Menge zu bearbeitende Einzelteile sieht man überall im Unternehmen in Wadern-Lockweiler, denn zu den Kunden von Thyssen-Krupp System Engineering mit seinen inzwischen über 1000 Mitarbeitern gehören zahlreiche renommierte Autohersteller im In- und Ausland.

Auch das künftige Verhältnis von Mensch und Roboter , das derzeit in allen Industriebetrieben diskutiert wird, sieht der Auszubildende Scholer entspannt. Der Roboter werde den Menschen in der Arbeitswelt nie komplett ersetzen. "Er ist nur so schlau wie sein Programmierer. Er kann nicht einmal erkennen, wenn eine Schraube falsch liegt." In der Digitalisierung und der Ausweitung der Kooperation von Mensch und Roboter sieht Scholer eher spannende Herausforderungen, auch für junge Menschen.

Diesen Herausforderungen will sich auch Thyssen-Krupp System Engineering in Wadern offensiv stellen, sagte das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Business Area von Thyssen-Krupp Industrial Solutions, Jens Michael Wegmann. 13 Millionen Euro habe man in Wadern in die Hand genommen. Mit der neuen Werkzeughalle sowie dem neuen Ausbildungszentrum entstünden nochmals 50 neue Arbeitsplätze .

Jetzt könne man noch besser "auf die weltweit steigende Nachfrage nach hochwertigen Blechumformwerkzeugen für den Karosseriebau schnell und ganz im Sinne unserer Kunden reagieren" sagte Ingo Steinkrüger, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Thyssen-Krupp System Engineering. Im neuen Ausbildungszentrum werden 80 junge Leute geschult. Zudem erhalten Absolventen dualer Studiengänge ihr Rüstzeug. Hinzu kommen jährlich 100 Praktikanten. Seit 1961 haben am Standort 1200 Auszubildende und duale Studenten ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Die Erweiterung des Betriebes sei ein klares Bekenntnis zum Standort Saarland, betonte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer . Thyssen-Krupp System Engineering sichere viele Arbeitsplätze in der ländlichen Region des Saarlandes und treibe auch die Digitalisierung voran. Kanzleramtsminister Peter Altmaier betonte, Deutschland könne seine technologische Spitzenstellung nur mit Hilfe der industriellen Basis halten und künftig noch weiter ausbauen. Dazu leiste Thyssen-Krupp System Engineering mit seinem Engagement in Wadern-Lockweiler einen wichtigen Beitrag.

Meinung:

Beeindruckendes Engagement

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Der Thyssen-Krupp Konzern hat derzeit viele Probleme am nationalen und internationalen Markt zu lösen. Das betrifft jedoch nicht den Geschäftsbereich, mit dem der saarländische Standort in Wadern-Lockweiler auf sich aufmerksam macht. Hier geht es um den Einsatz neuester Technologien und eine erweiterte Kooperation von Menschen und Robotern, um renommierte Autohersteller im In- und Ausland künftig noch schneller bedienen zu können. Die 13 Millionen Euro Investition in die neue Werkzeugbauhalle sowie das neue Ausbildungszentrum sind gut angelegtes Geld. Zumal der Standort damit erneut Arbeitsplätze schafft, was auch in den ländlichen Gebieten dringend notwenig ist. Viele arbeiten dort schon seit mehreren Generationen.