Falkland-Inseln wollen britisch bleiben

Falkland-Inseln wollen britisch bleiben

London. Am Ausgang gab es nie einen Zweifel, und das Ergebnis der Abstimmung hätte sich auch in Nordkorea sehen lassen können: Die Bewohner der Falkland-Inseln haben sich mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung lag bei 92 Prozent und von den 1672 wahlberechtigten Bürgern stimmten 98,9 Prozent für den Status quo

London. Am Ausgang gab es nie einen Zweifel, und das Ergebnis der Abstimmung hätte sich auch in Nordkorea sehen lassen können: Die Bewohner der Falkland-Inseln haben sich mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung lag bei 92 Prozent und von den 1672 wahlberechtigten Bürgern stimmten 98,9 Prozent für den Status quo. Das Insel-Archipel im Südatlantik will ein britisches Überseegebiet bleiben. Es soll nur drei Nein-Stimmen gegeben haben.Der britische Premierminister David Cameron erklärte, dass die Abstimmung "das eindeutigste Ergebnis, das möglich war" erzielt hätte und die argentinische Regierung, die die Souveränität über die Inseln beansprucht, jetzt das Selbstbestimmungsrecht der Falkländer respektieren solle. Großbritannien werde immer bereit sein, sagte Cameron in einer Anspielung auf den Falkland-Krieg vor 31 Jahren, "die Inselbewohner zu verteidigen". Argentiniens Präsidentin Christina Fernandez de Kirchner hatte die Abstimmung zuvor als illegal erklärt.

Zu wem die Falkland-Inseln gehören, ist seit Jahrhunderten umstritten. Die Engländer haben sie 1592 entdeckt, die Franzosen erstmals kolonisiert, die Spanier zwischendurch besessen und die Briten 1833 wieder zurückerobert. Seitdem weht der "Union Jack" über Port Stanley. Buenos Aires beanspruchte die "Malvinas" als spanisches Erbe und geographischen Teil Argentiniens. London stellte sich auf den Standpunkt, dass eine Abtretung der Falkland-Inseln nur mit der Zustimmung der einheimischen Bevölkerung möglich sei.

Seit einem Jahr wird das Säbelrasseln im Südatlantik immer lauter. Präsidentin Kirchner wirft Großbritannien "Kolonialismus" vor, brachte die Angelegenheit vor die Vereinten Nationen und erklärt, dass London völlig isoliert sei, während die argentinische Position nicht nur die Unterstützung der südamerikanischen Nachbarn, sondern auch von 54 Nationen Afrikas habe. London antwortet, dass die argentinische Regierung das Thema hochspiele, um von wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einer 25-prozentigen Inflationsrate abzulenken.

Der Grund für das Wiederaufflammen des Konflikts dürfte darin liegen, dass man vor der Küste der Falkland-Inseln Bodenschätze entdeckt hat. Bis zu 60 Milliarden Barrel Erdöl werden in dem Gebiet vermutet. Schon 2017 soll mit der Förderung begonnen werden. Argentinien protestiert lautstark gegen den "Diebstahl" nationaler Ressourcen.