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Geldpolitik
Zentralbank EZB setzt Kurs des billigen Geldes fort

EZB-Präsident Mario Draghi
EZB-Präsident Mario Draghi FOTO: dpa / Arne Dedert
Frankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt trotz besserer Konjunkturaussichten ihren Billiggeldkurs fort. Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank leihen können, auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die EZB am mitteilte. Sparer, die kaum noch Zinsen bekommen, müssen sich also weiter gedulden. Hinweise auf mögliche Zinserhöhungen in der Zukunft vermied EZB-Präsident Mario Draghi.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt trotz besserer Konjunkturaussichten ihren Billiggeldkurs fort. Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank leihen können, auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die EZB am  mitteilte. Sparer, die kaum noch Zinsen bekommen, müssen sich also weiter gedulden. Hinweise auf mögliche Zinserhöhungen in der Zukunft vermied EZB-Präsident Mario Draghi.


Die Währungshüter beurteilen die Konjunkturaussichten im Euroraum deutlich optimistischer als vor drei Monaten. In diesem Jahr soll die Wirtschaft um 2,4 Prozent wachsen. Im September war die EZB noch von 2,2 Prozent ausgegangen. Auch für 2018 und 2019 setzte die Notenbank ihre Prognosen herauf.

Für das laufende Jahr rechnet die Notenbank weiter mit einer Inflationsrate von 1,5 Prozent. Für das kommende Jahr wird nach der jüngsten Prognose eine Teuerung von 1,4 Prozent veranschlagt. Zuletzt hatte die EZB 1,2 Prozent erwartet. 2020 soll die Rate 1,7 Prozent erreichen.



Mittelfristig strebt die Notenbank eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben – das würde die Konjunktur abwürgen.

Im Oktober hatten Europas Währungshüter ihre milliardenschweren Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen um neun Monate bis mindestens Ende September 2018 verlängert. Das monatliche Volumen wird von Januar an aber auf 30 Milliarden Euro halbiert. Beobachter werteten dies als Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik.