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Teilzeit-Gesetz
Gift für den Koalitionsfrieden

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Aus Sicht der SPD hat das Rückkehrrecht von Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung einen hohen politischen Symbolwert. In der vergangenen Wahlperiode war es in einem ersten Anlauf gescheitert. Von Stefan Vetter

Auf Druck der SPD ist das Vorhaben erneut in den Koalitionsvertrag gekommen. Umso mehr darf es als Gradmesser für die Durchsetzungsfähigkeit der Sozialdemokraten verstanden werden. Und es ist ja auch nicht einzusehen, warum die von Arbeitgebern verlangte Flexibilität der Mitarbeiter nur eine Einbahnstraße sein soll. Wenn der Sprung von Voll- in Teilzeit den Betrieben keine größeren Schwierigkeiten bereitet, sollte auch der umgekehrte Weg möglich sein. Zweifellos brauchen die Firmen Rechtssicherheit. Daher ist verständlich, wenn die Union auf genaue Formulierungen drängt. Doch hat man den Verdacht, dass manche darin einen willkommenen Vorwand zur Verhinderung des Gesetzes sehen. Das ist nicht nur Gift für den Koalitionsfrieden, sondern auch ein Affront gegen berechtigte Arbeitnehmer-Interessen.