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Alles im Haus hört aufs Wort

Alles im Haus hört aufs Wort

Sprachsteuerung im Haushalt ist der große Trend der diesjährigen Elektronikmesse CES in Las Vegas. Sie soll Nutzern die Bedienung zahlreicher Geräte erleichtern. Doch die Bequemlichkeit birgt auch Risiken.

Immer mehr Geräte können mit dem Internet verbunden werden. Nun rückt die Frage in den Vordergrund, wie sich diese Geräte bequem steuern lassen. Die Antwort, die Hersteller auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas geben, lautet: durch Sprache.

Es zeichnet sich ein Konkurrenzkampf zwischen den großen Internet-Unternehmen und ihren digitalen Assistenten ab um diese Technologie ab: Amazon und Alexa, Apple und Siri, Google mit dem Google Assistant, Microsoft mit Cortana.

Amazon gelang ein Überraschungserfolg, als der Online-Händler 2015 das Sprachprogramm Alexa in den vernetzten Lautsprecher "Echo" einbaute, mit dem man sich unterhalten kann. Bei der CES zog Alexa in die Technik vieler anderer Anbieter von weiteren Lautsprechern über Hausgeräte bis hin zum neuen Auto-Modell von Ford ein.

Google versucht, durch eine Kooperation mit dem Grafik-Spezialisten Nvidia nachzuziehen. Der will den Google Assistant nicht nur in seine Plattform für vernetzte und selbstfahrende Autos bringen, sondern ihm auch helfen, im Haus allgegenwärtig zu werden. Nvidia präsentierte in Las Vegas das kleine Mikrofon "Spot", das direkt in die Steckdose kommt. Per WLAN schalten sich die Mikrofone mit dem Google Assistant zusammen, der in Nvidias Konsole "Shield" läuft - so bildet sich ein lückenloses Netz.

Wenn mehrere "Spot"-Mikrofone in einem Raum seien, könne man sogar die genaue Position des Nutzers bestimmen, sagte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang. Das könnte einerseits die Möglichkeit geben, Licht oder Raumtemperatur anzupassen. Andererseits ist es ein weiteres Eindringen der Online-Dienste in die Privatsphäre. Vor wenigen Tagen wurde ein Versuch von US-Ermittlern bekannt, sich Daten von Alexa bei der Aufklärung eines Mordfalls zu sichern.

Steuerung per Sprache dürfte sich im Haushalt aber trotz aller Bedenken durchsetzen, weil sie schlicht die direkteste Bedienmethode ist. Wenn man zum Beispiel Lampen per Smartphone einschalten wolle, müsse man es erst entsperren und dann die App öffnen - in der Zeit könnte man eigentlich auch zum Lichtschalter gehen, sagt der Chef des französischen Smarthome-Spazialisten Netatmo, Fred Potter. "Stimme ist deutlich schneller." Netatmo, das zur CES unter anderem vernetzte Rauchmelder vorstellte, will seine Geräte mit allen großen Plattformen zur Sprachsteuerung verknüpfen.