Angriff auf Schiedsrichter: Sportminister im Saarland will durchgreifen

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Attacken auf Schiedsrichter : Saar-Sportminister fordert rasche und „ganze Härte der Strafgesetze“ gegen Angreifer

Klaus Bouillon (CDU) will kurzen Prozess mit Tätern machen, die Schiedsrichter angegriffen haben. Sie sollen „schnellstmöglich bestraft werden“.

Wenn Klaus Bouillon (CDU) am Sonntag (15. September) in seine Heimatstadt zur Grillparty lädt, dann will er als saarländischer Sportminister ein Zeichen setzen, wie er sagt. „Es soll ein Dankeschön für die Ehrenamtler sein.“ Für Schiedsrichter, von denen sich viele während ihres Einsatzes auf dem Spielfeld im Stich gelassen fühlen. Mit wenig Rückhalt seitens des Saarländischen Fußballverbandes (SFV), wenn es um ihre Sicherheit während und nach Partien geht. Solch eine Attacke hatte zuletzt einen ihrer Kollegen ins Krankenhaus gebracht, als der Vater eines C-Junioren-Spielers ihn in Merzig nach dem Spiel zusammengeschlagen haben soll. Kurze Zeit später mussten Polizisten in Sulzbach einen Schiri aus seiner Kabine geleiten, nachdem er sich nach Tritten und Beschimpfungen dorthin geflüchtet hatte.

Der saarländische Sportminister Klaus Bouillon (CDU). Foto: dpa/Oliver Dietze

Dass sie nicht allein sind, sie zum „gesellschaftlichen Leben“ gehören, will Bouillon in St. Wendel mit dem Fest untermauern. „Wir wollen ihnen Mut machen und sie wieder stärken“, sagt der Minister. Doch bei dieser Geste soll es nicht bleiben. Bouillon will durchsetzen, dass Angriffe auf Unparteiische mit der „ganzen Härte der Strafgesetze“ geahndet werden. Attacken müssten „schnellstmöglich bestraft werden“. Dafür sei es nötig, dass „solche Taten sofort angezeigt und unmittelbar entsprechende Strafanträge gestellt werden“. Das betreffe alle Fälle von Beleidigungen bis hin zu schweren Körperverletzungen. Bouillon: „Den Tätern muss klar gemacht werden, dass dies kein Kavaliersdelikt ist.“

Eben wegen solcher Vorfälle in jüngster Zeit fallen landesweit an diesem Wochenende alle Spiele der Amateurligen aus. Der Verbandsschiedsrichterausschuss und der SFV sagten die Begegnungen ab. Nachholtermine stehen bereits fest. Einem wilden Streik der Referees, wie vom Waderner Schiedsrichter Oliver Thome gefordert, lehnt Sportminister Bouillon ebenso wie der Verband ab: „Das bringt nichts.“ Wegen seiner öffentlichen Forderung, Partien wegen unangekündigten Ausstands aufs Spiel zu setzen, droht Thome der Ausschluss aus der Schiedsrichtergemeinschaft.

Während des verbandsseitig geplanten Ausstands kommen die Schiedsrichter am Sonntag ab 17 Uhr im St. Wendeler Stadtteil Winterbach am dortigen Sportgelände zu der Ministerfete zusammen. Auch die Partner sind geladen.