Angriff auf Schiedsrichter: Polizei bei Fußballspiel in Sulzbach

Kostenpflichtiger Inhalt: Weitere Angriffe auf Unparteiische : Polizei muss Schiedsrichter vor aufgebrachtem Mob schützen

Allein im Schiedsrichterbereich Südsaar sollen nach Angaben von Kreisschiedsrichter-Obmann Bernd Beres am Sonntag drei seiner Kollegen attackiert worden sein.

Nach dem angekündigten Protest saarländischer Schiedsrichter wegen einer brutalen Attacke auf einen ihrer Kollegen hat es am vergangenen Wochenende abermals Zwischenfälle bei Fußballpartien gegeben. Dabei sollen wiederum Unparteiische die Leidtragenden geworden sein. Kreisschiedsrichter-Obmann Bernd Beres berichtet allein von drei Zwischenfällen in seinem Beritt Südsaar, Dabei habe es in Sulzbach den schwerwiegendsten gegeben.

Nach Beres’ Angaben war es schon während der Kreisliga-Begegnung Türkiyem gegen SF Saarbrücken (Endstand: 2:2) zu ersten Anfeindungen gekommen. Nach dem Spiel wurde die Lage für den Referee gefährlich, schildert der Obmann. „Der Schiedsrichter wurde beim Gang vom Platz beschimpft, beleidigt und getreten.“ Der Angegriffene habe sich in die Kabine geflüchtet und eingesperrt, bis die Polizei kam. Unter deren Geleitschutz habe er den Raum verlassen und sei weggefahren.

Die Sulzbacher Ermittler bestätigen diesen Vorfall vom Sonntag gegen 17 Uhr. Demnach hätten Zuschauer, Betreuer und Spieler den Unparteiischen verfolgt. Einer habe das Opfer in die Wade getreten, nachdem es während des Spiels vier rote Karten gegen die Gastgeber gezückt hatte. Nun ermittle die Polizei wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Und dieser Übergriff sei nicht der einzige an diesem Tag gewesen. Beres berichtet von zwei weiteren aus Völklingen und Großrosseln-Karlsbrunn. In Völklingen sollen Spieler dem Schiedsrichter gedroht haben. „Du kannst froh sein, wenn du keinen auf die Mappe bekommst“, soll nach Beres’ Angaben eine der Verbalattacken gewesen sein. „Eigentlich müsste man dir auf die Fresse hauen“, lautete demnach einer der wenig schmeichelhaften Kommentare in Karlsbrunn.

Der Obmann fordert nach diesen neuerlichen Vorfällen eine „härtere Bestrafung“ der Täter durch die Sportgerichte. Nur so könne es auf dem Spielfeld und an dessen Rand wieder respektvoll zugehen.

Wegen derartiger Übergriffe sind fürs kommende Wochenende alle Amateurpartien des Saarländischen Fußball-Verbands (SFV) abgesagt. Der Verbandsschiedsrichterausschuss hatte nach Protesten aus dem Schiedsrichterkreis Westsaar entschieden, dass saarlandweit kein Unparteiischer pfeifen wird. Das soll als ein symbolisches Zeichen verstanden werden, um auf zahlreiche Attacken gegen Unparteiische im Fußball aufmerksam zu machen. Der Ausschuss habe in den vergangenen Jahren 35 Fälle erfasst. Der SFV setzte für die ausfallenden Spiele neue Termine Ende September und im November an.

Konkreter Auslöser für den Ausstand war der Angriff auf einen Schiri nach einer C-Junioren-Begegnung in Merzig-Brotdorf am 24. August, bei dem ein Weiskircher krankenhausreif geschlagen worden war. Der mutmaßliche Täter ist der Vater eines Spielers.

Mehr von Saarbrücker Zeitung