| 20:19 Uhr

DTM
Der Horrorunfall geht glimpflich aus

Nürnberg. Das Deutsche Tourenwagen Masters hat sich auf dem Norisring von seiner packenden Seite gezeigt.

() Nach dem spektakulärsten Rennen der DTM-Saison fanden auch die Opfer des Horror-Unfalls schnell ihr Lachen wieder. Audi-Pilot Mike Rockenfeller sandte auf Krücken noch vom Norisring optimistische Grüße an seine Fans. Zwar zog sich der Neuwieder einen Mittelfußbruch zu, doch wie Mercedes-Pilot Gary Paffett (Prellungen) kam auch Rockenfeller beim spektakulären Zusammenstoß der beiden Ex-Meister glimpflich davon. „Die Wucht war enorm. Aber zum Glück sind die Autos sehr sicher“, sagte der 33-Jährige. Ob Rockenfeller am 24. und 25. Juli bei der fünften Station in Moskau fahren kann, ist allerdings noch ungewiss.



„Es war einfach nur schrecklich. Du willst nicht, dass so etwas passiert. Danke an mein Team, das so ein sicheres Auto gebaut hat. Wir sehen uns in Moskau“, erklärte Paffett, dessen Mercedes auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Nürnberg bei Tempo 250 ausgehebelt wurde. Der Brite war nur noch ein hilfloser Passagier, als sein Bolide in die Leitplanke einschlug und danach wie ein Geschoss gegen Rockenfellers Fahrertür krachte.

Nachdem beide Piloten Entwarnung gegeben hatten, sprach BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt von einem „Wahnsinns-Wochenende“ – wenig verwunderlich, feierten die Münchner doch am Samstag durch Bruno Spengler (Kanada) den ersten Norisring-Sieg seit ihrer DTM-Rückkehr 2012. Tags darauf legte der Belgier Maxime Martin nach. Insgesamt 125 000 Zuschauer auf den gut gefüllten Steintribünen sahen die BMW-Festspiele im „fränkischen Monaco“. Möglich wurde Martins Sieg auch, weil der Österreicher Lucas Auer plötzlich Krämpfe im Bremsfuß hatte und seinen Mercedes die letzten 20 Runden auf unkonventionelle Weise über den Hochgeschwindigkeitskurs dirigieren musste. „Das war so schmerzhaft, dass ich irgendwann mit rechts gebremst habe. Das war ein schönes Desaster“, sagte der Neffe von DTM-Chef Gerhard Berger. Wegen dieses Malheurs musste Auer letztlich Martin den Sieg überlassen.

In den Titelkampf ist Auer, dem ein Formel-1-Test bei Force India winkt, nach zuvor drei Nullrunden wieder mit Macht zurückgekehrt. Nur zwei Punkte trennen den Tiroler noch von Altmeister Mattias Ekström (Schweden), der auch ohne Sieg nach acht Rennen die Fahrerwertung anführt. Dabei verpasste der Meister von 2004 und 2007 am Sonntag nur um zwei Tausendstelsekunden Rang drei und damit sein viertes Podium der Saison. Zugleich war der 38-Jährige im Fotofinish aber auch nur 25 Tausendstel schneller als Vorjahresmeister Marco Wittmann (Fürth) im BMW.