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Virologe Drosten: Experte rät wegen Corona in Kneipen zu Flaschenbier

Kostenpflichtiger Inhalt: Chefvirologe Drosten von der Berliner Charité : Experte rät wegen Corona in Kneipen zu Flaschenbier

Im Saarland bleiben die Kneipen trotz Corona-Krise vorerst geöffnet. Der Chefvirologe der Berliner Charité rät wegen Covid-19 von gezapftem Bier ab.

In der Corona-Krise berät Christian Drosten nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der Experte von der Charité gibt auch Alltagstipps zum Schutz vor Covid-19. Ein seiner Ratschläge dürfte Kneipengängern gar nicht gefallen. Sie sollen auf gezapftes Bier verzichten, stattdessen zur Flasche greifen. „Die Biergläser werden in diesen Kneipen zwar mal durchs Wasser gezogen, aber wie viel Spülmittel da noch drin ist, das möchte man gar nicht so genau hinterfragen“, sagte Drosten in seinem „Coronavirus-Update“, einem täglichen Podcast von NDR-Info. „Und über diesen Weg wird mit Sicherheit auch dieses Virus übertragen.“

Das sei eine „ganz praktische Überlegung“, die er sich als Virologe mache. Drosten selbst bestellte schon vor Ausbreitung des Coronavirus nur Flaschenbier. „Wenn ich in eine Kneipe gehe, trinke ich schon Bier – aber ich trinke immer Bier aus der Flasche.“ Das habe er schon immer so gemacht, sagte er. „Das hat mit dem Coronavirus jetzt gar nichts zu tun.“

Vor der eigenen Haustür wird Drosten so einfach kein Flaschenbier mehr ordern können, in der nächsten Woche müssen in der Bundeshauptstadt neben Clubs und Bars auch Kneipen schließen. Restaurants und Imbisse dürfen nur unter Auflagen weitermachen. Das hat der Berliner Senat beschlossen.

Im Saarland geht die Landesregierung soweit noch nicht, am Samstag verständigte sich der Ministerrat in einer Telefonkonferenz auf die Schließung von Bars, Clubs und Prostitutionsbetrieben. Auch Schwimmbäder, Saunen und Indoor-Spielplätze macht das Gesundheitsministerium per Verordnung vorerst dicht.

Kinos dürfen unter Einschränkungen offen bleiben, das gilt neben Fitness-Studios und Shisha-Bars auch für Gastronomiebetriebe. „Hier erwarten wir, dass die Betreiber Regelungen treffen, dass Hygiene großgeschrieben und Zugangssteuerung erfolgen wird“, sagte Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU), der den Kristenstab der Landesregierung leitet.