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Türkei
Was man über das Wahlsystem wissen muss

Eine Stimme für den Präsidenten und eine für die Partei: So sahen die Wahlzettel in der Türkei aus.
Eine Stimme für den Präsidenten und eine für die Partei: So sahen die Wahlzettel in der Türkei aus. FOTO: dpa / Oliver Weiken
Istanbul. Bei der gestrigen Türkei-Wahl waren 59,33 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen, einen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Davon waren 3,05 Millionen im Ausland registriert. Diese hatten bereits im Vorfeld abgestimmt.

Am Wahltag wurden nach Regierungsangaben rund 500 000 Sicherheitskräfte eingesetzt. Die Wahllokale waren ab sieben Uhr (MESZ) geöffnet und schlossen um 16 Uhr (MESZ). Die Parlaments- und Präsidentenwahlen fanden erstmals gleichzeitig statt. Für die Abstimmung zum Parlament konnte der Wähler sich für eine Partei oder eine Wahlallianz entscheiden. Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP hatte deshalb eine Allianz mit der ultranationalistischen MHP und der nationalistischen BBP gebildet. Die größte Oppositionspartei CHP war ein Bündnis mit der nationalkonservativen Iyi-Partei, der islamistischen Saadet-Partei und der konservativ-liberalen DP eingegangen. Die pro-kurdische HDP tritt als einzelne Partei an.


In der Türkei gibt es eine Zehn-Prozent-Hürde. Überschreiten die gültigen Gesamtstimmen aller Parteien einer Allianz diese Hürde, ziehen alle Parteien des Bündnisses ins Parlament ein. Das Ergebnis wird aber wohl erst heute feststehen.

Für die Präsidentenwahl gab es einen gesonderten Stimmzettel. Gegen Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan traten fünf Kandidaten an: Muharrem Ince für die CHP, Meral Aksener für die Iyi-Partei, der inhaftierte Politiker Selahattin Demirtas für die HDP, Temel Karamollaoglu für die Saadet-Partei und Dogu Perincek für die Vatan-Partei. Stimmzettel der Parlaments- und der Präsidentenwahl wurden zusammen in ein Kuvert gesteckt und abgegeben.



Erhält bei der Wahl keiner der Präsidentschaftskandidaten mehr als 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, kommt es am 8. Juli zu einer Stichwahl zwischen Erst- und Zweitplatziertem.