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Interview Dirk Diedrich
„Und wenn ich nur ein Loser bin“

In Schleswig-Holstein ist er bekannt, bundesweit aber kein Begriff: Dirk Diedrich.
In Schleswig-Holstein ist er bekannt, bundesweit aber kein Begriff: Dirk Diedrich. FOTO: SPD Schleswig Holstein / SPD Schleswig-Holstein
Berlin. Der Berufsschullehrer aus Heide will neuer Vorsitzender der SPD werden.

Und noch ein Konkurrent für Andrea Nahles: Nach der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange bietet sich nun auch Dirk Diedrich an, neuer SPD-Vorsitzender zu werden. Der Berufsschullehr ist Ratsmitglied in Heide, stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD Dithmarschen und Mitglied des SPD-Landesvorstandes Schleswig-Holstein. Seit über 30 Jahren gehört er der SPD an. Ein Gespräch mit dem 50-Jährigen über seine Motive.



Herr Diedrich, Sie kandidieren nun auch für den SPD-Vorsitz…

DIEDRICH …die Formulierung stößt mir ein bisschen auf, denn ganz korrekt ist das mit der Kandidatur nicht. Ich stelle mich lediglich zur Verfügung.

Warum machen Sie das?

DIEDRICH Die SPD hat im Dezember auf ihrem Parteitag beschlossen, dass ein Wind der Erneuerung durch die Partei gehen und es mehr Basisdemokratie geben soll. Natürlich war das alles unter der Prämisse, Martin Schulz bleibt zwei Jahre. Jetzt haben wir aber die Situation, dass wir einen neuen Vorsitzenden brauchen. Wenn man dann liest, dass mein Landeschef Ralf Stegner schon twittert, er freue sich auf Andrea Nahles als Parteichefin – so kann es doch nicht gehen. Wir brauchen doch eine Wahlmöglichkeit. Und wenn ich nur ein kleiner Loser bin, das ist doch egal. Man muss doch wählen können.



Halten Sie denn Andrea Nahles für die falsche Vorsitzende?

DIEDRICH Das hab ich nicht gesagt. Wenn sie gewählt wird, kann ich mit ihr als Vorsitzende leben, hervorragend sogar. Dafür ist Demokratie doch da.

Sie tragen nun aber schon dazu bei, dass die SPD weiter übers Personal diskutiert, was die Führung ja partout nicht mehr will.

DIEDRICH Die Personaldebatte hat jemand ausgelöst, der gesagt hat, ich mache heute dies und morgen das. Und dann hat derjenige auch noch erklärt, ich trete jetzt zurück. Er hätte ja auch sagen können, bis nach der Mitgliederbefragung mache ich das noch. Das wäre doch ganz klug gewesen, oder nicht?

Mag sein. Sie rechnen sich aber nicht ernsthaft Chancen aus, SPD-Chef zu werden, oder?

DIEDRICH Nein, natürlich nicht. Ich habe doch meine Arbeit: Ich bin stellvertretender Kreisvorsitzender, ich sitze im Stadtrat. Ich habe viel zu tun.

Das Gespräch führte Hagen Strauß