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Empörung über Italiens Innenminister
Salvini will Roma zählen lassen

Der Vorsitzende der rechten Lega-Partei Matteo Salvini bedauerte öffentlich, dass man Roma mit italienischem Pass „leider behalten“ müsse.
Der Vorsitzende der rechten Lega-Partei Matteo Salvini bedauerte öffentlich, dass man Roma mit italienischem Pass „leider behalten“ müsse. FOTO: dpa / Riccardo Antimiani
Rom. Der italienische Innenminister sorgt mit seinen Plänen für Empörung, bleibt aber dabei.

Trotz großer Empörung hat Italiens Innenminister Matteo Salvini seinen Willen zu einer „Volkszählung“ von Sinti und Roma bekräftigt. Er werde nicht nachgeben und weitermachen, betonte Salvini gestern auf Facebook. An erster Stelle stünden „die Italiener und ihre Sicherheit“, so der Politiker der fremdenfeindlichen Lega. Wenn die Linke eine Zählung von Roma und die Kontrolle öffentlicher Ausgaben vorschlage, sei das in Ordnung; wenn er dies vorschlage, sei es Rassismus, klagte er. „Ich gebe nicht nach und mache weiter“, so der Minister.


Salvini hatte seinen Vorstoß unter anderem mit dem Ziel begründet, Sinti und Roma ohne gültigen Aufenthaltsstatus auszuweisen. Diejenigen mit einem italienischen Pass müsse man „leider behalten“. Der Vizeregierungschef löste damit Empörung aus.

Die Union der Jüdischen Gemeinden Italiens sprach von einem „beunruhigenden Vorschlag“, der an die faschistischen Rassegesetze erinnere. Es gehe darum, bestimmte Kategorien von Bürgern „einer speziellen, allein ihnen vorbehaltenen Sicherheitspolitik zu unterwerfen“. Die Ankündigung Salvinis wecke „Erinnerungen an rassistische Gesetze und Maßnahmen von vor gerade einmal 80 Jahren“, die immer mehr in Vergessenheit gerieten, so der Vorstand des Verbands.