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Bildungsministerium startet Projekt
Saarland will Schulen mit Problemen helfen

Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon.
Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon. FOTO: Tom Gundelwein / SPD-Landtagsfraktion/Tom Gundelwein
Saarbrücken. Die Saar-Regierung unterstützt Schulen an Brennpunkten. Hilferufe von dort hatten für Debatten gesorgt.

Das saarländische Bildungsministerium hat ein Projekt zur Unterstützung von Brennpunkt-Schulen gestartet. Allein im ersten Jahr stehen dafür 700 000 Euro zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung, erklärte Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) gestern Abend in Saarbrücken. Jeweils sechs Grund- und Gemeinschaftsschulen nehmen daran teil. Welche das sind, hat das Ministerium bislang noch nicht offiziell bekanntgegeben. Die zwölf angefragten Schulen können sich bis zum 9. März entscheiden, ob sie mitmachen wollen. Das Projekt „Schulen stark machen!“ ist zunächst auf vier Jahre angelegt, plus einer zweijährigen Stabilisierungsphase.



Commerçon wollte das Projekt nicht als Reaktion auf die jüngsten Überlastungsanzeigen von mehreren saarländischen Schulen verstanden wissen, die als „Hilferufe“ Schlagzeilen gemacht hatten. Er habe schon bei den Koalitionsverhandlungen mit der CDU für eine solche Maßnahme gestritten.

Ziel des Projektes sei es, Schulen mit besonderen Herausforderungen mehr Beratung an die Hand zu geben. Dafür werden unter anderem fünf externe Coaches ins Saarland geholt. „Es geht darum, an den einzelnen Standorten spezifisch an den Problemen zu arbeiten“, sagte Kathrin Andres, die das Projekt als Abteilungsleiterin federführend für das Bildungsministerium betreut. Als Beraterin steht unter anderem Cornelia von Ilsemann von der Deutschen Schulakademie zur Verfügung. Sie betonte vor allem die Wichtigkeit von Teamarbeit an den Schulen: „Wir werden die Probleme nicht über Einzelkämpfer lösen.“ So ist die Unterstützung bei der Entwicklung effektiver Teamstrukturen ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Unterm Strich geht es um Verbesserungen in den Bereichen Personal, Organisation, Schulkultur und Unterricht. Von den Ergebnissen sollen am Ende nicht nur die zwölf Teilnehmer, sondern alle saarländischen Schulen profitieren.