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Kommentar
Krähen unter sich

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Die skandalöse Geschichte um massenhaft hinterzogene Kapitalertragsteuern – bekannt geworden unter dem kryptischen Kürzel Cum-Ex – ist dafür ein trauriges Beispiel. Von Stefan Vetter

Mit einem Untersuchungsausschuss wollte die Opposition einst Licht in die Hintergründe bringen. Aber CDU, CSU und SPD redeten das Problem bis zur Unkenntlichkeit klein. Offen blieb die entscheidende Frage, warum Politik und Behörden dem Tun der Steuerbetrüger so lange mehr oder minder tatenlos zugesehen haben. Nach den nun bekannt gewordenen Fakten möchte man darauf erst recht eine Antwort. Nicht nur, dass die Zahl der Verdachtsfälle binnen kurzer Zeit massiv gestiegen ist. Auch die finanziellen Schäden lassen sich nicht länger als Pea­nuts abtun. Selbst wenn sich ein Teil der hinterzogenen Steuern noch rückwirkend eintreiben lässt,  bleibt ein massives politisches Versagen. Und das Schlimmste ist, dass sich solche Steuerskandale jederzeit wiederholen können. Denn die Kreativität besonders vermögender Zeitgenossen bei der Steuervermeidung kennt keine Grenzen. Umso stärker müsste eine Bundesregierung an Gegenstrategien feilen. Aber dafür gibt es leider keine Anzeichen.