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Türkei
Berlin stoppt Panzer-Nachrüstung

Die Bundeswehr hatte dem Nato-Partner Türkei in den 90er Jahren 351 „Leopard 2“-Panzer geliefert.
Die Bundeswehr hatte dem Nato-Partner Türkei in den 90er Jahren 351 „Leopard 2“-Panzer geliefert. FOTO: - / dpa
Berlin. Die Bundesregierung reagiert damit auf die Offensive der Türkei in Nordsyrien.

Als Konsequenz aus der Syrien-Offensive der Türkei hat die Bundesregierung die Entscheidung über eine Nachrüstung türkischer „Leopard 2“-Kampfpanzer auf Eis gelegt. „Was die aktuellen Beratungen um Rüstungsexporte angeht, so ist für die Bundesregierung klar, dass wir nicht in Spannungsgebiete liefern dürfen und dies auch nicht tun werden“, erklärte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) gestern in Berlin. Unklar blieb zunächst, ob damit auch alle anderen Rüstungsexporte in die Türkei gemeint sind.



Die Bundeswehr hatte dem Nato-Partner Türkei in den 90er Jahren 351 „Leopard 2“ aus ihren Beständen geliefert. Die türkische Armee war am Sonntag in Nordsyrien einmarschiert, um dort die kurdische Miliz YPG zu bekämpfen. Am Montag waren Bilder aufgetaucht, die den Einsatz der schweren Kampfpanzer bei der türkischen Offensive gegen die YPG-Miliz zeigen.

Gabriel hatte seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu Anfang Januar zugesagt, die Nachrüstung der Panzer mit Minenschutz zu prüfen. Er begründete das damit, dass die Nachrüstung das Leben von Soldaten im Einsatz schützen könne. Im Kampf gegen die Terrororganisation IS waren mehrere türkische „Leopard 2“-Panzer zerstört worden.

Die Zusage Gabriels erfolgte aber vor der türkischen Offensive in Nordsyrien, die am vergangenen Samstag mit Luftangriffen begann.

Die Entscheidung könnte zu einer neuen Belastung der deutsch-türkischen Beziehungen führen, die Gabriel und Cavusoglu gerade erst auf den Weg der Entspannung gebracht haben. Cavusoglu äußerte sich gestern überrascht über die Berichte über eine Aussetzung der „Leopard“-Nachrüstung. „Von einer Aussetzung oder Annullierung ist keine Rede“, sagte er der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.