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Benedikt XVI. erklärt seinen Rücktritt - Neuer Papst noch vor Ostern

Benedikt XVI. erklärt seinen Rücktritt - Neuer Papst noch vor Ostern

Rom/Berlin/Trier. Schock für die katholische Weltkirche: Papst Benedikt XVI. tritt völlig überraschend aus Altersgründen zurück. Er werde sein Pontifikat am 28. Februar beenden, sagte Joseph Ratzinger gestern vor Kardinälen

Rom/Berlin/Trier. Schock für die katholische Weltkirche: Papst Benedikt XVI. tritt völlig überraschend aus Altersgründen zurück. Er werde sein Pontifikat am 28. Februar beenden, sagte Joseph Ratzinger gestern vor Kardinälen. "Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben", sagte Benedikt. Die Entscheidung ist nach Angaben des Vatikan nicht auf eine akute Erkrankung des 85-Jährigen zurückzuführen, sondern sei "vor vielen Monaten" gefallen. Der Pontifex steht seit acht Jahren an der Spitze der 1,2 Milliarden Katholiken.

Vatikansprecher Federico Lombardi kündigte an, bis Ostern solle der Nachfolger Benedikts feststehen. Das Konklave, die Versammlung der Kardinäle zur Wahl des neuen Kirchenoberhaupts, könne 15 bis 20 Tage nach dem Rücktritt beginnen. Benedikt selbst werde dort "keinerlei Rolle" spielen, so Lombardi. Der 85-Jährige werde sich zunächst in die päpstliche Sommerresidenz zurückziehen und wolle dann in einem Kloster im Vatikan leben.

Die Entscheidung des Pontifex wurde weltweit mit Bedauern und Respekt aufgenommen. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Benedikt als Mann mit großer Weisheit und menschlicher Bescheidenheit. In seiner Person, seinen Schriften und Ansprachen hätten viele Menschen, nicht nur Katholiken, Orientierung und Ermutigung zum Glauben gefunden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bescheinigte dem Papst Bescheidenheit, "tiefe Bildung" sowie ein lebendiges Interesse an der europäischen Einigung. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, nannte den Pontifex "ein leuchtendes Beispiel wirklichen Verantwortungsbewusstseins". Auch US-Präsident Barack Obama und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigten den scheidenden Papst. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann nannte Benedikts Entscheidung ein "Zeichen der Stärke". Saar-Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, der Rücktritt habe sie "sehr überrascht und tief getroffen".

Er hat sein Gewissen vor Gott geprüft: Papst Benedikt XVI. fehlt "sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes", um sein Amt als Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken fortzuführen. Foto: dpa.
Er hat sein Gewissen vor Gott geprüft: Papst Benedikt XVI. fehlt "sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes", um sein Amt als Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken fortzuführen. Foto: dpa.
Er hat sein Gewissen vor Gott geprüft: Papst Benedikt XVI. fehlt "sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes", um sein Amt als Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken fortzuführen. Foto: dpa.
Er hat sein Gewissen vor Gott geprüft: Papst Benedikt XVI. fehlt "sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes", um sein Amt als Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken fortzuführen. Foto: dpa.
Er hat sein Gewissen vor Gott geprüft: Papst Benedikt XVI. fehlt "sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes", um sein Amt als Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken fortzuführen. Foto: dpa.
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Er hat sein Gewissen vor Gott geprüft: Papst Benedikt XVI. fehlt "sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes", um sein Amt als Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken fortzuführen. Foto: dpa.
Er hat sein Gewissen vor Gott geprüft: Papst Benedikt XVI. fehlt "sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes", um sein Amt als Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken fortzuführen. Foto: dpa.
Er hat sein Gewissen vor Gott geprüft: Papst Benedikt XVI. fehlt "sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes", um sein Amt als Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken fortzuführen. Foto: dpa.
Er hat sein Gewissen vor Gott geprüft: Papst Benedikt XVI. fehlt "sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes", um sein Amt als Oberhaupt der 1,2 Milliarden Katholiken fortzuführen. Foto: dpa.

Kritik an der Amtsführung Benedikts äußerten die Grünen-Politiker Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin. Mit vielen Positionen des Papstes, etwa zur Empfängnisverhütung und zur Homosexualität, sei ihre Partei nicht einverstanden. Die papstkritische Bewegung "Wir sind Kirche" will jetzt Anforderungen an den neuen Papst formulieren, damit dieser "Antworten auf die Anforderungen der Zeit" gebe. dpa/afp/dapd