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Die EU sammelt bei einer Corona-Geberkonferenz mehr als sieben Milliarden Euro.

EU-Geberkonferenz sammelt sieben Millarden Euro : Impfstoff für sieben Milliarden Erdenbewohner gesucht

Die EU sammelt bei einer Corona-Geberkonferenz mehr als sieben Milliarden Euro für die Entwicklung und Herstellung von Tests, Medikamenten und Impfstoffen.

Gesucht werden Coronavirus-Test-Sets – für sieben Milliarden Erdenbewohner. Gebraucht wird ein Impfstoff – sieben Milliarden Dosen, mindestens. „Wir müssen eine Impfung entwickeln, ihn herstellen und zu einem bezahlbaren Preis sofort in jeder Ecke der Welt verfügbar machen. Eine solche Aufgabe gab es noch nie.“ Mit diesen Worten hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montagnachmittag eine globale Show eröffnet, die es so wohl noch nie gegeben hat. Im öffentlich zugänglichen EU-Fernsehsender EbS präsentierte sich die CDU-Politikerin wie eine Moderatorin vor einer Tagesschau-Weltkarte. Am unteren Bildrand wurden die zugesagten Spenden aus den Staaten zusammengezählt. 7,5 Milliarden Euro wollte man in diesem ersten Anlauf erreichen. Eine Milliarde legte die Kommissionschefin zum Start in den Topf. Am Ende wurden die erhoffte Summe sowie weitere Kredit von mehr als einer Billion Euro erreicht. „Coronavirus – die globale Antwort“ hieß die Auftaktveranstaltung dieser Geberkonferenz, bei der Geld für die Entwicklung und Herstellung von Tests, Medikamenten und Impfstoffe gesammelt wurde. Weltweit wird nach Angaben der EU-Kommission an mehr als 70 möglichen Impfstoffen geforscht. Über 40 Entwickler haben sich bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) gemeldet. Der Pharmaverband IFPMA spricht sogar von 140 Wirkstoffen, die derzeit getestet würden. Darunter seien 77 Medikamente, die für andere Krankheiten entwickelt wurden, 68 seien neu. Die Mehrheit der Forscher rechnet damit, dass ein Präparat erst 2021 zur Verfügung steht.

In seltener Einigkeit wurde von der Leyens World-Show aber vor allem zu einem Konzert der globalen Solidarität, bei dem nur einer besonders fehlte: US-Präsident Donald Trump. Er setzt lieber auf die eigenen Initiativen und Firmen. Für alle anderen aber schien klar: „Wir können das Virus nicht alleine besiegen“, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte und 525 Millionen Euro in den neuen Fonds legte – zusätzlich gab es weitere 1,3 Milliarden Euro zur Stützung der weltweiten Gesundheitssysteme.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte Zugang zu den Impfstoffen „für alle und jeden auf diesem Planeten“. Der japanische Premierminister Shinzo Abe sah die „Menschheit vereint in dieser Schlacht“ und rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, im nächsten Jahr zu den Olympischen Spielen nach Tokio zu kommen und dort „den Sieg über die Pandemie“ zu feiern. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sagte, „wir können uns nur um uns selbst kümmern, wenn wir uns um die ganze Welt kümmern“. Der britische Regierungschef Boris Johnson, der selbst infiziert war, legte einen ungewohnt deutlichen Appell für die weltweite Solidarität vor. Recep Tayyip Erdogan (Türkei) war ebenso beteiligt wie Fürst Albert II. von Monaco und Südafrikas Präsident Cyril Matamera Ramaphosa sowie der jordanische König Abdullah II. Und jeder brachte ein paar Millionen mit – auch Melinda Gates, die Ehefrau des Microsoft-Gründers Bill Gates, die 92 Millionen Euro spendete.