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„Mehrkosten durch Fechinger Talbrücke“

48 Standorte werden aus Saarbrücken beliefert. Foto: DB Schenker
48 Standorte werden aus Saarbrücken beliefert. Foto: DB Schenker FOTO: DB Schenker
Saarbrücken. Mehrkosten im hohen sechsstelligen Bereich verursachen der Spedition DB Schenker die Lkw-Umleitungen an der Fechinger Talbrücke. Zahlreiche Kunden müssen deshalb auch längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Thomas Sponticcia

. Die mit neun Standorten an der Saar und 709 Mitarbeitern größte deutsche Geschäftsstelle der Spedition DB Schenker hat derzeit mit großen Problemen zu kämpfen. Die Sperrung der Fechinger Talbrücke für Lkw mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen verursacht nach Angaben von Geschäftsstellenleiter Peter Maas "einen dicken sechssstelligen Betrag an Mehrkosten ". Für alle Fahrten östlich von Saarbrücken müsse man mindestens eine Stunde länger einkalkulieren. Kunden müssten Aufträge generell früher einreichen, während sich gleichzeitig auch die Lieferzeiten verlängern. Außerdem steige auch der Spritverbrauch.



Alleine von Saarbrücken aus verlassen täglich 48 Lkw die Spedition. Dabei übernimmt die saarländische Geschäftsstelle zugleich besondere Aufgaben. Sie ist Gebietsspediteur für die Automobilbranche. Zu den Kunden gehören hier etwa Ford und ZF. Für Volkswagen, Skoda und Porsche beschafft DB Schenker Teile für die Märkte in Deutschland und in Frankreich. Zu den Kunden gehören zudem Unternehmen wie Halberg Guss, Saint Gobain, Festo, Accor und die Hager Group. Für zahlreiche Winzer werden Weinlieferungen zu Grossisten sowie die Globus-Gruppe gebracht. Außerdem sorgt die Spedition für den Transport der Instrumente der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern.

Die Spedition will nach Angaben von Peter Maas das Geschäft in der Region stark ausbauen, findet aber keine geeigneten Gewerbeflächen. Die Zentrale in Güdingen am Felsbrunnen platze schon aus allen Nähten. Doch weder das Land, noch die Landeshauptstadt Saarbrücken konnten bisher realistische Lösungen anbieten. "Wir sind auf einer kritischen Zeitachse unterwegs. Das Ganze muss noch 2016, spätestens Anfang 2017 entschieden sein", so Maas. Ansonsten könnten Gefahren für den Standort Saarbrücken entstehen. Denn 2015 habe man von DB Schenker den Zuschlag als zentraler Knotenpunkt für die Lieferungen aus und nach Frankreich bekommen. Hier stehe Saarbrücken in direkter Konkurrenz zu Valenciennes und Straßburg, wo Schenker im Hafen ein neues Umschlagterminal errichtet hat. Saarbrücken könne das Geschäft noch um das Doppelte bis Dreifache erhöhen, wenn die geeignete Gewerbefläche gefunden wird. "Wir beliefern in Frankreich die gesamte Industrie inklusive Automotive, Mittelstand und Baumärkte", so Maas. "Wir bräuchten zur Erweiterung unseres Standortes Saarbrücken 30 000 bis 40 000 Quadratmeter Fläche mehr und die Möglichkeit eines 24-Stunden-Betriebes." Im Umzug an den Lisdorfer Berg oder das Gewerbegebiet Am Zunderbaum in Homburg sieht Maas keine Alternative. Es mache keinen Sinn, die Aktivitäten und alleine 500 Mitarbeiter aus Güdingen wegzuverlagern. Nach Beobachtung von Maas ist es heute auch schwerer, Fahrpersonal zu finden. Viele wollten zwar regelmäßigen Linienverkehr fahren, aber nicht mehr als Fernfahrer wochenlang unterwegs sein. Der Fernfahrer-Markt werde heute von osteuropäischen Unternehmen dominiert. DB Schenker betreibt bundesweit 100 Geschäftsstellen mit 15 900 Mitarbeitern und 3,9 Milliarden Euro Umsatz.