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Boomland Deutschland
Deutsche Wirtschaft wächst unerwartet stark

Wiesbaden/Würzburg. Die gute Konjunktur bringt höhere Renten und sinkende Beiträge. Viele Bürger sind mit der Lebensqualität in Deutschland zufrieden.

Die deutsche Wirtschaft steuert 2017 auf das stärkste Wachstum seit sechs Jahren zu. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beflügelt vom Außenhandel und von steigenden Investitionen der Unternehmen unerwartet kräftig um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Dies teilte das Statistische Bundesamt gestern mit. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem geringeren Plus gerechnet. „Einen so langen und gleichmäßigen Aufschwung hat Deutschland in den letzten Jahrzehnten nicht gesehen. Diese Bewegung reicht weit bis ins nächste Jahr hinein“, sagte Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater.



Selbst wenn die Wirtschaft im vierten Quartal stagnieren sollte, würde das BIP im Gesamtjahr immer noch um 2,4 Prozent wachsen, hieß es. Das wäre der höchste Wert seit 2011. Doch die Unternehmen waren zuletzt so zuversichtlich wie nie zuvor. „Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat ein neues Allzeithoch erreicht“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest jüngst. „Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf“, betonte er.

Die gute Konjunktur ermöglicht eine spürbare Erhöhung der Renten und eine leichte Entlastung der Beitragszahler. Die rund 21 Millionen Rentner können im Juli mit rund drei Prozent höheren Bezügen rechnen. Der Beitragssatz für die gesetzliche Rente sinkt bereits Anfang 2018 voraussichtlich leicht um 0,1 Punkte auf 18,6 Prozent. Das gab die Deutsche Rentenversicherung Bund gestern in Würzburg bekannt.

Ebenfalls erfreulich: Einem Großteil der Deutschen im mittleren Alter geht es nach eigener Einschätzung so gut wie seit Jahren nicht. Vier von fünf der 30- bis 59-Jährigen schätzen die hohe Lebensqualität hierzulande, das kulturelle Angebot, die Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Gesundheitssystem, ergab eine Allensbach-Umfrage.