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Kommunalpolitiker und Tressel begrüßen Perspektive für Krankenhaus Lebach

Kostenpflichtiger Inhalt: Hoffnung folgt auf Überraschung : Politik begrüßt Perspektive für Krankenhaus Lebach

Der Landrat des Kreises Saarlouis und Bürgermeister reagieren mit Erleichterung auf ein Signal, wonach das Caritas-Krankenhaus in Lebach doch bestehen bleiben könnte. Das Land müsse sich finanziell engagieren, sagen sie. Aber nur, wenn der Träger eine Langzeit-Zusage gebe, fordert der grüne Bundestagsabgeordnete Markus Tressel.

Als erfreuliches und ermutigendes Signal für die künftige Krankenhausversorgungsstruktur im nördlichen Saarland hat der Saarlouiser Landrat Patrik Lauer (SPD) die Ankündigung der Hildegard-Stiftung begrüßt, mit dem saarländischen Gesundheitsministerium in Verhandlungen über ein erweitertes Medizinkonzept und einen damit verbundenen Neubau des Caritas-Krankenhauses in Lebach eintreten zu wollen. Die Stiftung ist Gesellschafterin der Cusanus-Trägergesellschaft Trier (CTT), der Trägerin des Caritas-Krankenhauses in Lebach.

Landrat Lauer sieht darin einen großen Fortschritt: „Der Träger glaubt offensichtlich wieder an die Zukunft des Standorts Lebach – und das zu Recht“. Die jetzige medizinische Versorgungsqualität und auch die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse der letzten Monate hätten noch einmal das Potential des Standorts offenbart. Gerade im Zuge der Corona-Pandemie habe das Krankenhaus Lebach als Covid-19-Klinik seine Wichtigkeit und Systemrelevanz nachdrücklich unter Beweis gestellt, sagte Lauer.

Zu verdanken sei „das Umdenken des Trägers, neben den klaren Bekenntnissen aus der Bevölkerung und aus der lokalen Politik, in allererster Linie dem herausragenden Engagement, der Tatkraft und der Kreativität der örtlichen Geschäftsführung sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Monaten.“ Sie hätten gezeigt, dass eine unter medizinischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgreiche Führung des Klinikums möglich ist.

Die CTT und das Gesundheitsministerium seien deshalb jetzt dazu aufgerufen, im Schulterschluss mit der Geschäftsführung, der Mitarbeiter-Vertretung, dem Landkreis Saarlouis und der Stadt Lebach ein innovatives, modernes und zukunftsfähiges Klinik-Konzept zu erarbeiten und voranzutreiben, unterstrich Lauer. Im Hinblick auf die damit verbundenen Investitionen in den Standort Lebach sieht Lauer in erster Linie das Land in der Verantwortung: „Sollte das neue medizinische Konzept der CTT überzeugen, muss auch die Investitionsförderung des Landes über das bislang in Aussicht gestellte Ausmaß zwingend ausgebaut werden.“

Der jetzt angestoßene Prozess sei „eine riesige Chance für ein belastbares medizinisches Versorgungszentrum – gerade auch für das nördliche Saarland. Mit einer klugen strategischen Ausrichtung und einem individuellen Konzept hat Lebach das Potential, die neue Nordsaarland-Klinik zu werden.“

Die Bürgermeister der Kommunen Lebach, Schmelz, Eppelborn und Nalbach begrüßen die jüngste Entwicklung. Sie hatten sich dafür stark gemacht, das Lebacher Krankenhaus zu erhalten. „Es hat sich gezeigt, dass man durchaus auch dann etwas bewegen kann, wenn die Dinge auf den ersten Blick aussichtslos erscheinen. Es lohnt sich in jeder Situation zu kämpfen“, erklärte Klauspeter Brill, Bürgermeister von Lebach. Dort hat man nun die Hoffnung, dass Ministerium und Träger gemeinsam eine Lösung finden, um den Standort langfristig zu sichern.

Dass die Geschäftsführung auf engagierte und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen könne, habe sich nicht nur in der Corona-Krise gezeigt. Trotz der eigenen unsicheren Zukunftsperspektive habe das Team alles daran gesetzt, den Betrieb auch unter schwierigsten Voraussetzungen und Belastungen fortzusetzen, würdigen die Bürgermeister.

.Grundlage für eine staatliche Förderung des Krankenhauses müssten klare Bedingungen seitens des Landes sein, erklärte der grüne Bundestagsabgeordnete Markus Tressel. So müsse der Träger eine langfristige Bestandsgarantie abgeben und angemessene Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten generieren. Zudem müsse geklärt werden, wie die weitere Versorgung im Nordsaarland künftig aussehen könnte. „Es wäre fatal, wenn das Land Millionen in den Standort investieren würde und der Träger würde in absehbarer Zeit seine Meinung ändern.“

Zudem müsse die Landesregierung klären, wie die stationäre Gesundheitsversorgung im Nordsaarland organisiert werden solle forderte Tressel. „Unabhängig von Lebach fordern die Menschen im Nordsaarland zurecht eine Perspektive für ihre gesundheitliche Versorgung. Deshalb müssen die Träger sich jetzt zur Zukunft auch des Standortes Losheim äußern, insbesondere nachdem die Orthopädie, zunächst nur coronabedingt, ausgezogen ist.