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Gewerbegebiete: Kammer fordert neue Gewerbeflächen

Kostenpflichtiger Inhalt: Gewerbegebiete : Kammer fordert neue Gewerbeflächen

Eine Studie des Regionalverbands zeigt, wie groß der Bedarf an Gewerbeflächen ist. Auch die Stadt Saarbrücken hat Nachholbedarf, wie ihr Wirtschaftsförderer einräumt.

Die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) sieht angesichts des Mangels an Gewerbeflächen im Regionalverband Saarbrücken (wir berichteten) dringenden Handlungsbedarf bei der Flächenvorsorge im Saarland. Kommunal- und Landespolitiker müssten dem entgegenwirken, sonst drohe dieser Mangel zur Wachstumsbremse zu werden. Um den Flächenbedarf saarlandweit benennen zu können, ist aus Sicht der IHK „eine Analyse auch in den anderen Landkreisen sowie für das Land selbst erforderlich“. Denn nach wie vor gebe es für das gesamte Saarland keine verlässliche Aussage über den konkreten Bedarf und das Angebot an zusätzlichen Gewerbe- und Industrieflächen.

„Bereits heute kann ein ausreichendes Flächenangebot, das dem Bedarf für die nächsten Jahre gerecht wird, nicht mehr nachgewiesen werden. Zahlreiche Betriebe fühlen sich bei der Suche nach geeigneten Gewerbeflächen schon jetzt immer öfter ausgebremst. Der Mangel an passenden und kurzfristig verfügbaren Flächen droht damit zur Wachstumsbremse zu werden. Um die Lage zu entschärfen und Flächen für Ansiedlungen und Erweiterungen in ausreichender Qualität und Quantität zur Verfügung stellen zu können, ist nun endlich rasches Handeln auf Landes- und Kommunalebene geboten“, forderte IHK-Geschäftsführer  Carsten Meier.

Nach der neuesten Flächenuntersuchung für den Regionalverband ist der Gewerbeflächenbedarf in den Gemeinden Völklingen, Sulzbach, Quierschied und Friedrichsthal weitaus höher, als freie Flächen zur Verfügung stehen. (SZ vom 17. Februar). Firmen, die Interesse an einer Ansiedlung anmelden, kann der Regionalverband daher oft keine Zusage erteilen.

Doch auch in der Landeshauptstadt Saarbrücken sei die Lage, was Gewerbeflächen angeht, „dramatisch schlecht“, wie der Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung, Sebastian Kurth, bei der Vorstellung der Analyse für den Regionalverband sagte.  „Wir sehen den Gewerbeflächenbedarf in Saarbrücken ganz klar, und deshalb ist auch der Verkauf des ehemaligen Messegeländes und der Bebauungsplan dafür ein wichtiger Schritt, um eine klare Perspektive in Hinsicht auf Gewerbeflächen zu liefern“, sagte Kurth gestern auf Nachfrage unserer Zeitung.

Besonderes Augenmerk legt er auf die Zusammenarbeit unter den Kommunen. „Das werden wir auf Basis dieser aktuellen Untersuchung in den umliegenden Gemeinden und Kommunen prüfen und sehen, inwieweit wir dort eine konkrete Zusammenarbeit angehen.“ In den letzten Jahren habe es das so weder im Land noch in den umliegenden Kommunen in dieser Form  gegeben, räumte Kurth ein.

Zuletzt hatte die Landeshauptstadt Saarbrücken im Jahr 2014 in einem Masterplan verfügbare Gewerbeflächen ausgewiesen. „Kurz- und mittelfristig ist  nicht geplant, einen neuen Masterplan Gewerbeflächen zu entwickeln“, sagte Kurth. Es sei jedoch Aufgabe, diesen in den nächsten Jahren zu aktualisieren.

Analysen und Studien seien das Eine, sagte Kurth, es gehe jedoch darum, Projekte umzusetzen. Kurth: „Der Bedarf, der im Masterplan 2014 für Saarbrücken aufgezeigt wurde, ist hoch, und diesen tatsächlichen Bedarf konnten wir in den letzten Jahren nicht befriedigen.“ Auch die IHK betonte, dass im saarländischen Gewerbeflächen-Portal Germanys.Saarland (früher GEWIS) sowie in den Flächennutzungsplänen der Kommunen zwar freie Flächen vorhanden sind. In der Praxis werde allerdings sehr schnell deutlich, dass nur ein Bruchteil dieser Standorte tatsächlich bis zur fertigen Ansiedlungsfläche entwickelt werden kann. „Gewerbeflächen am falschen Ort und mit ungünstigen Standortqualitäten, die zudem noch einer Vielzahl an Restriktionen unterliegen, können im Wettbewerb um Ansiedlungserfolge keine geeigneten Trümpfe darstellen. Land und Kommunen müssen daher zügig aktiv werden und Vorsorge treffen“