Verdi und KAV Verhandlungen vertagt - Einigung könnte aber in Sicht sein

Kostenpflichtiger Inhalt: Öffentlicher Nahverkehr : Einigung im Busfahrerstreik steht bevor - Verhandlungen werden morgen fortgesetzt

Die Verhandlungen im Busfahrerstreik sind auf Dienstag vertagt worden. Beide Seiten sprechen allerdings von Annäherungen. Christian Umlauf, der ver.di-Verhandlungsführer, geht von einem Abschluss am Dienstag aus.

Im Tarifkonflikt des Tarifvertrags Nahverkehr Saar scheint sich eine Lösung zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) anzubahnen. Das teilt Christian Umlauf, ver.di-Verhandlungsführer, mit: „Die Verhandlungen sind heute sehr konstruktiv verlaufen. Wir gehen davon aus, dass wir morgen einen Abschluss finden, der deutliche Verbesserungen für die streikenden Beschäftigten bewirkt. Wenn das alles eintritt, werden wir umgehend die Urabstimmung einleiten. Nach der Urabstimmung kann, sofern das Quorum von 25 Prozent erreicht wird, der Streik beendet werden.“

Mittlerweile hat sich auch der KAV zu den Verhandlungen am Montag geäußert. Sie seien „intensiv und konstruktiv“ fortgesetzt worden. Obwohl eine abschließende Einigung nicht erzielt werden konnte, spricht der KAV von „erheblichen Annäherungen“. Die Verhandlungen werden am morgigen Mittwoch, dem 15. Oktober, ab 17.30 Uhr fortgesetzt.

Am Montagmorgen hatten die Tarifverhandlungen für die rund 1000 Beschäftigten der kommunalen Verkehrsunternehmen begonnen. Ein Abschluss der Verhandlungen würde das ersehnte Ende des seit drei Wochen andauernden Busfahrerstreiks bringen, der den Busverkehr in Saarbrücken, Neunkirchen, Völklingen und Saarlouis fast zum Erliegen gebracht hat. Verdi-Verhandlungsführer Christian Umlauf teilte vor Beginn der Verhandlungen mit, dass er optimistisch sei und es zu einer Einigung kommen könnte. Allerdings seien noch einige Punkte zu klären und die angesetzte Verhandlungsdauer von drei Stunden möglicherweise zu kurz, um den endgültigen Durchbruch zu erzielen, sagte der Gewerkschafter. Sollte aber eine Einigung gelingen, werde unmittelbar anschließend die Urabstimmung eingeleitet, kündigte Umlauf an. In diesem Fall wären die Busse spätestens am Mittwoch wieder auf der Strecke, sagte er.

Auch auf der Arbeitgeberseite hofft man auf eine schnelle Einigung. „Wir werden alles versuchen, dass es zu einer Lösung kommt“, sagte am Sonntagabend Barbara Beckmann-Roh, die Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands.

Zuletzt hatten sich die Verhandlungspartner angenähert, aber noch keine Einigung erzielt. Verdi fordert eine Tariferhöhung von 427 Euro, was einem Plus von 18 Prozent entspricht. Zudem soll das Einstiegsgehalt für neu eingestellte Busfahrer 2800 Euro brutto betragen. Jetzt dreht sich der Streit im Kern vor allem um die geplante Laufzeit einer Vereinbarung.

Ursprünglich sollte das Ganze nach den Vorstellungen der Gewerkschaft innerhalb von zweieinhalb Jahren umgesetzt werden, die Arbeitgeber sahen aus Kostengründen nur eine Chance innerhalb von fünf Jahren und sieben Monaten. Zuletzt ging man dann nach neunstündigen Verhandlungen auseinander mit der Zeitvorstellung von drei Jahren auf der Seite der Gewerkschaft und fünf Jahren nach dem Willen der Arbeitgeber. Letztere argumentieren, das Haupthindernis in der Umsetzung sei, dass generell nicht genug Geld im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) zur Verfügung stehe und der Bund deutlich mehr Geld zur Verfügung stellen müsse.

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