Kulturgesellschaft Neunkirchen stellt Programm für kommende Halbjahr vor

Kostenpflichtiger Inhalt: Kulturgesellschaft : Da steckt dieses Mal besonders viel Liebe drin

Beim Besuch in der Redaktion hat die Neunkircher Kulturgesellschaft das Programm fürs kommende Halbjahr vorgestellt.

Sie sind ganz schön stolz auf ihre Veranstaltungsorte und ihr neues Programm, die fünf Herren der Neunkircher Kulturgesellschaft, als sie in der Redaktion vorbeikommen, um eben dieses vorzustellen. „Dick und handlich wie immer“, so ist es, das neue Programmheft, sagt Geschäftsführer Markus Müller. Und Tim Masson ergänzt: „Am Inhalt hat sich nichts geändert, da stehen unsere Veranstaltungen drin, dazu kommen dann noch die Kooperationen und Vermietungen.“ Und doch ist so einiges nicht mehr so, wie es wahr. Mit Wechsel an der Spitze der Kulturgesellschaft zum 1. Februar dieses Jahres hat sich auch in Sachen Programmheft einiges getan. Das ist nicht nur „ein gutes Stück vor Weihnachten“ (Müller) bereits in die Verteilung gekommen, es heißt auch anders. Oder gar nicht mehr, je nachdem. Man erinnert sich: Zuletzt hieß das Halbjahresprogramm „halbzeit“, als Fortführung des vierteljährlich erscheinenden „Kulturviertels“. Da der Begriff „halbzeit“ gerne zum einen mit Pause, zum anderen mit Sport assoziiert wird, haben die Herren lange überlegt. Die Lösung: Das Programm heißt jetzt genauso, „Programm“. „Das ist ein Programmheft, das braucht nichts als Namen. Auch die großen Häuser machen das nicht anders“, erläutert Masson. Zudem stehe auf dem Titel alles, was es braucht, um auch Auswärtigen sofort das Wichtigste zu vermitteln: „Neue Gebläsehalle“, „Stummsche Reithalle“ und dazwischen „Neunkirchen“.

Der Inhalt, so ergänzt der Leiter des Veranstaltungsteams, Klaus Braße, sei das Entscheidende und der „ist beachtlich in allen Bereichen“. Und er steht im kommenden Jahr unter einem neuen Leitgedanken. In diesem Jahr hieß der noch „Wir machen Kultur“, ab sofort wird die Kulturgesellschaft unter dem Leitgedanken „Kultur macht Liebe“ agieren. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen“, sagt Müller. „Es besteht eine Notwendigkeit der wachsenden Verrohung und dem wachsenden Hass mit Liebe zu begegnen, mit leidenschaftlicher Liebe und mit christlicher Nächstenliebe.“ Vielfalt heißt das Zauberwort, dem sich die Kulturgesellschaft verschrieben hat und das sich auch quer durch die Veranstaltungen zeigt. Auch hier hat die „Liebe“ einen hohen Stellenwert. Sei es im Programm von Chorwurm, Stefan Sulke oder Klaus Hoffmann. Einengen soll das Thema aber nicht, viel mehr soll es eine Klammer sein, soll das Programm an sich Zeichen sein für Weltoffenheit und Freiheit. Dafür stehe auch der Kulturgedanke an sich. Und weil das so ist, so verrät Müller, werde die Kulturgesellschaft demnächst die „Erklärung der vielen“ unterzeichnen (www.dievielen.de).

Und noch eine vierte Neuigkeit haben die Herren im Gepäck. Ganz aktuell nämlich, am Morgen des Besuchs in der Redaktion, kam die Bestätigungsmail, dass in Neunkirchen erstmals die landesweite Eröffnung der Schultheatertage stattfinden wird. Bislang war die immer in Saarbrücken. Fürs Kulturgesellschaftsteam ist das eine Bestätigung dafür, wie gut die Veranstaltungsstätten Gebläsehalle und Reithalle mittlerweile landes- und auch bundesweit ankommen. Auch wenn das so ist, wird der einheimischen Kultur eine große Rolle eingeräumt. „Wir haben jede Menge Neunkircher Kultur und Auftritte unserer musikalischen Botschafter. Das Programm ist vielfältig, reicht vom Weltstar bis zu lokalen Größen“, freut’s Braße. Und der Chef ergänzt: „Und das ist gut so.“

Der nutzt dann auch die Programmvorstellung so nebenbei, um seinem Team mal „danke“ zu sagen, denn „die Arbeit macht sich ja nicht von alleine“. Da sind die Kulturgesellschaftler ihrer Zeit auch immer weit voraus. Während das erste Halbjahr 2020 druckfrisch ausliegt, ist das zweite Halbjahr längst abgehakt, ist 2021 in der Mache, laufen die Verhandlungen bereits längst für die Folgejahre.

Jedes Halbjahr gibt es Veranstaltungen, auf die die Neunkircher Kulturmacher besonders stolz sind. Im kommenden Halbjahr sind das beispielsweise Gregory Porter und Torsten Sträter. Die schlechte Nachricht: „Beide Veranstaltungen sind bereits ausverkauft“, verrät Michael Hohmann. Knapp wird es für die Comedians Füenf. „Oft gehen die Karten schon weg, sobald die einmal hier waren und klar ist, wann sie wiederkommen.“ Bei Torsten Sträter hat dies drei Jahre gedauert, weiß Braße. Und da es so gut lief in Sachen Vorverkauf in diesem Jahr „kommt er vielleicht in drei Jahren wieder“. Stolz ist man, Masson erläutert es, auch darauf, welch gutes Händchen man in Neunkirchen hat. Viele Comedians haben in der Reithalle in Neunkirchen ihre ersten Schritte gemacht, waren noch ganz am Anfang ihrer Karriere und füllen inzwischen die Gebläsehalle, wie Markus Krebs beispielsweise, und wie es Tahnee dieses Jahr versucht. „Es ist schön, mitzuverfolgen, wie die sich von ganz klein entwickeln“, sagt Braße. Dass sie, auch wenn sie groß sind, noch nach Neunkirchen kommen, das wundert ihn kaum. „Schließlich haben wir eine der schönsten Hallen und sind ein guter Kulturveranstalter, ja einer der besten“, sagt der Teamleiter überzeugt und vier Köpfe nicken dazu. Übrigens gibt es nicht nur den Wechsel von der kleinen zur großen Halle, sondern auch mal umgekehrt. Stefan Sulke beispielsweise, der, so sagt Lars Lößner, mag die Reithalle inzwischen lieber, zieht die intime Umgebung vor.

Rund 60 Veranstaltungen sind es insgesamt, die die Kulturgesellschaft in Reithalle und Gebläsehalle stemmt im kommenden Halbjahr. Darunter, wie sich das für die Musical-Stadt gehört, auch wieder Gastspiele im Musical-Bereich. Den Abschluss macht wie immer das ehemalige Neunkircher Stadtfest, die Bliestage. „Mit mehr Blick auf die Blies“, so viel verrät Müller schon mal vorab.

So sieht das neue Logo aus, basierend auf dem neuen Leitgedanken. Foto: M & G

Einen Blick darüber hinaus gibt es auf den beiden Vorschau-Seiten im Programmheft. „Da sind wir ganz stolz auf ‚Heino goes Klassik’, der Barde zusammen mit Geiger Yury Revich, 30 Mann Orchester und Chor sowie einer Ballerina. „Einzigartig im südwestdeutschen Raum“, strahlt Müller. „Der bespielt nur die schönsten Hallen in Deutschland – und wir sind dabei“, ergänzt Braße. Und stolz ziehen die Herren von dannen.