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Banken im Kreis Merzig-Wadern in der Corona-Krise

Kostenpflichtiger Inhalt: Banken in Merzig-Wadern in der Corona-Krise : Viele Schalter zu, Beratung weiter möglich

Bargeld-Versorgung sicherstellen, Firmenkunden bei Staatshilfen unterstützen: Was bedeutet die Corona-Krise für die Banken im Kreis?

Sie stehen in den Zeiten der Corona-Krise besonders in der Verantwortung: Banken obliegt in diesen Tagen, in denen allerorten Geschäfte und Firmen geschlossen bleiben müssen, nicht nur die Aufgabe, die Versorgung mit Bargeld sowie die Erledigung von Geldgeschäften sicherzustellen. Sie sind zudem die erste Anlaufstelle für alle Geschäftsinhaber und Firmenchefs, die auf die jüngst verabschiedeten staatlichen Hilfen zur Abdämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hoffen. Was bedeuten die Epidemie und deren Konsequenzen für Gesellschaft und Wirtschaft für die Banken in der Region?

„Gemeinsam da durch“ – so lautet nach eigenem Bekunden die Maxime der Sparkasse Merzig-Wadern in dieser Zeit. Angesichts der besonderen Umstände und existenzbedrohender Situationen für viele Menschen und Firmen versprechen die Sparkassendirektoren Frank Jakobs und Martin Fritz sowie die Verwaltungsratsvorsitzende und Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich: „Wir tun alles dafür, dass wir alle gemeinsam so gut wie möglich durch diese schwierige Zeit kommen.“ Dazu sollen unter anderem die Hilfspakete des Bundes beitragen: Der Deutsche Bundestag hat im Eilverfahren die beschlossenen Maßnahmen der Regierung zur Abmilderung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise verabschiedet. Dazu gehören monetäre Hilfen und Erleichterungen sowohl für Privatkunden als auch für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler. „Die Sparkasse Merzig-Wadern ist zur Umsetzung dieser Maßnahmen inhaltlich, prozessual und personell sehr gut vorbereitet. Insofern sind wir in der Lage, ein großes Instrumentarium zu nutzen, um so auf die individuelle Situation unserer in Not geratenen Privat- und Firmenkunden maximal einzugehen“, versichert der Vorstandsvorsitzende Frank Jakobs gegenüber der SZ.

Wolfgang Fritz, sein Vorstandskollege, ergänzt: „Unser Ziel ist es dabei, unter Einbeziehung der Hilfsangebote des Staates, der Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für unseren Kunden die beste und passgenaue Lösung zu finden.“ Daniela Schlegel-Friedrich, Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse, betont: „Gut, dass unsere Sparkasse so schnell helfen will und kann.“ Auch wenn es mit der sprichwörtlichen Nähe der Berater gerade jetzt etwas schwierig sei, lasse die Sparkasse ihre Kunden nicht im Regen stehen. „Dafür bin ich der Sparkasse und allen Mitarbeitern sehr dankbar.“

Der Sparkassenvorstand ist sich nach eigenen Worten bewusst, dass aufgrund der aktuellen Situation viele Menschen verunsichert sind. Mancher Bürger mache sich Gedanken über die Bargeldversorgung oder ob er weiterhin beraten werden könne. Deshalb verweist die Bankführung nochmals darauf, dass die Geldautomaten sowie die gesamte Selbstbedienungsinfrastruktur ihres Hauses uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Erreichbarkeit ihrer Kundenberater über Telefon und E-Mail, aber auch die Möglichkeit für umfassende Beratungstermine, seien unverändert möglich.

Neben der Hauptstelle in Merzig sind die weiteren sechs Finanz-Center in Beckingen, Losheim, Orscholz, Perl, Wadern und Weiskirchen unter erhöhten Schutzvorkehrungen zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet. Zudem stehen rund um die Uhr die Internetfiliale sowie die Sparkassen-App zur Verfügung. Über das Service-Center ist die Sparkasse per Textchat, Whatsapp und von 8 bis 18 Uhr telefonisch unter (0 68 61) 99 19 00 erreichbar.

Neben der Sparkasse unterhalten drei Genossenschaftsbanken Geschäftsstellen im Kreisgebiet: die Sparda-Bank, die Bank 1 Saar und die Vereinigte Volksbank (VVB). Bei der Sparda-Bank sind derzeit nach Auskunft auf ihrer Internetseite sämtliche Schalterbereiche in ihren jeweiligen Standorten geschlossen – das betrifft auch die Filiale in Merzig. Hier stehen allerdings, ebenso wie im SB-Center in Losheim, Automaten für Geldabhebungen und -einzahlungen sowie einfache Bankgeschäfte zur Verfügung. Aus organisatorischen Gründen seien einige Filialen komplett geschlossen, hier bestehe auch nicht mehr die Möglichkeit zur persönlichen Beratung nach vorheriger Terminvereinbarung. Das wiederum trifft für Merzig nicht zu, hier findet Beratung statt.

Die Bank 1 Saar hat wegen der Corona-Epidemie ihre Zweigstellen in Perl und Losheim vorübergehend für bedienten Service geschlossen. Hier können Kunden nur die SB-Terminals nutzen. Beratungen finden dort weiterhin statt. Zu den Gründen gibt die Bank an: „Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Eltern von schulpflichtigen Kindern. Ihnen möchten wir, soweit es geht, ermöglichen, bei ihrer Familie zu sein. Deshalb bündeln wir unsere Kapazitäten, um trotzdem für Sie erreichbar zu sein.“ Weiter geöffnet bleiben die Standorten Merzig und Wadern.

Die meisten Filialen unter den Genossenschaftsbanken unterhält die Vereinigte Volksbank (VVB). Seit Mitte März für den direkten Kundenkontakt geschlossen sind die Zweigstellen in Bachem, Brotdorf, Merzig, Mettlach und Niederlosheim. Wenige Tage später kam Nunkirchen hinzu. An all diesen Standorten stehen Geldautomaten und weitere Selbstbedienungs-Terminals den Kunden weiter zur Verfügung. Noch geöffnet sind derzeit die Geschäftsstellen in Beckingen, Hilbringen, Losheim und Orscholz. Daneben bestehe die Möglichkeit, das Kunden-Service-Center der VVB, das durchgehend montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter Tel. (0 68 31) 91 30 erreichbar ist, zu kontaktieren, um einfache Dinge wie Kontoabfragen oder Überweisungen auch telefonisch zu erledigen. Weiterhin böten die VR-Banking-App sowie das Onlinebanking-Portal die Möglichkeit zur Abwicklung vieler Bankgeschäfte. Bereits vereinbarte Beratungsgespräche sollen nach Auskunft der Bank in jedem Fall stattfinden, ansonsten bittet die VVB darum, nur in dringenden Fällen um einen Beratungstermin nachzusuchen. Auch bei der VVB sieht man sich gerüstet für die Unterstützung ihrer Geschäftskunden, was den Bezug von staatlichen Hilfen wegen Corona betrifft: Seit wenigen Tagen stünden die Konditionen für die Hilfsprogramme, die im wesentlichen aus Stützungskrediten durch die KfW sowie die Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB) bestehen, fest. Nun können Unternehmenskunden über ihre jeweiligen Bankberater die Details für die Antragsstellungen besprechen.