Saarland plant neuen Campus für IT-Gründer im Cispa-Umfeld

Kostenpflichtiger Inhalt: Zehn Hektar als „Zielgröße“ : Saarland plant neuen Campus für IT-Gründer

Der „Cispa Innovation Campus“ für neue Firmen soll in der Nähe der Saar-Universität entstehen.

Die Saar-Landesregierung plant einen zehn Hektar großen Gründercampus für IT-Firmen. Ihre Schwerpunkte sollen auf Cybersicherheit und Künstlicher Intelligenz (KI) liegen. Das hat Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Mittwoch bestätigt. „Wir wollen etwas richtig Großes machen“, sagte der Regierungschef der SZ. „Ich will, dass das ein Knaller wird.“

Der sogenannte „Cispa Innovation Campus“ soll in der Nähe der Saar-Uni entstehen. Der Ministerrat hat bereits im Mai die Sondierung geeigneter Flächen veranlasst. Das übernehmen das Wirtschaftsministerium und die Landesentwicklungsgesellschaft. Hans rechnet „ziemlich bald“ mit Ergebnissen. „Der Suchauftrag ist: Zehn Kilometer rund um den Uni-Campus herum“, so der CDU-Politiker.

Neben Saarbrücken kommt laut Hans auch St. Ingbert als Standort in Frage. Das Areal müsse schnell erschließungsfähig sein, erklärte er. Geplant sind zwei Bauabschnitte bis zur „Zielgröße“ von zehn Hektar (rund 14 Bundesliga-Fußballfelder). Einen Kostenrahmen nannte der Ministerpräsident aufgrund des „frühen Stadiums“ der Planungen nicht.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Foto: BeckerBredel

„Die Saarwirtschaft befindet sich derzeit in einer angespannten Situation, um den Strukturwandel gut zu meistern, müssen wir jetzt Gas geben“, begründete Hans das Vorhaben. Es gehe darum, neue Arbeitsplätze im Land zu schaffen, sagte er – auch im Umfeld des neuen Geländes. Hans: „Ein Hotspot für Gründer ist nie nur etwas für die Gründer allein.“

Namensgeber für den Gründercampus ist das Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (Cispa), wo in Zukunft mehr als 500 Wissenschaftler forschen sollen. Hans traut der außeruniversitären Forschungseinrichtung und dem benachbarten Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) „erhebliche Ausgründungsaktivitäten“ zu. „Dafür brauchen wir Platz, das können wir nicht in kleinen Lösungen verteilen über das ganze Land“, sagte er. Bei Cybersicherheit und Künstlicher Intelligenz verfüge man mit der Informatik der Saar-Uni, dem DFKI und dem Cispa „über eine wissenschaftliche Fachkompetenz mit weltweitem Ansehen“, sagte der Ministerpräsident. „Das ermöglicht es uns, Wissenschaftler aus der ganzen Welt zu gewinnen. Für diese müssen wir schnell die Gelegenheit schaffen, dass sie ihre Forschungen auch ausgründen können.“

Ableger des Cispas sollen das Areal gemeinsam mit anderen Start-Ups füllen. „Die Wertschöpfung, die wir mit dem Helmholtz-Zentrum und dem Campus hinkriegen, wird eine treibende Kraft im Strukturwandel“, sagte Cispa-Direktor Michael Backes der SZ. Er sprach von einer „Leitinvestition“.

Sein Zentrum soll mit anderen Einrichtungen wie dem DFKI und der Regierung in einem Beirat vertreten sein, der über die Ansiedlungen auf dem Campus entscheidet. „Wir werden auch Platz haben für französische Start-Ups“, erklärte Hans. „Internationalität wird großgeschrieben.“ Der Regierungschef verwies auf eine Kooperation, die in der vergangenen Woche zwischen dem Saarland, der Région Île-de-France und und dem weltweit größten Inkubator Station F in Paris geschlossen worden ist.

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