Polizei im Saarland: GdP mit Lob und Kritik

Kostenpflichtiger Inhalt: Geld für Planstellen : Mehr Polizei im Saarland – Gewerkschaftschefs loben und kritisieren zugleich

Kommt das jetzt in Aussicht gestellte zusätzliche Personal bei der Polizei im Saarland noch zur rechten Zeit?

Nach dem Streit innerhalb der CDU/SPD-Koalition um die Finanzierung zusätzlicher Lehrer und Polizisten im Saarland haben sich die Partner nun auf eine Umschichtung im Landeshaushalt geeinigt. Damit scheinen ein Nachtragshaushalt und Mehrausgaben vom Tisch.

DPolG-Saar-Chef Sascha Alles. Foto: DPolG/Josef Bonenberger
GdP-Saar-Chef David Maaß. Foto: GdP

Die Einigung zwischen den beiden CDU-Ministern Peter Strobel (Finanzen) sowie für die Polizei zuständigen Klaus Bouillon (Inneres) hat der Saar-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), David Maaß, begrüßt. Allerdings nicht ohne auf die sich aus seiner Sicht schon seit Jahren zuspitzende Personalnot bei den Kollegen hinzuweisen. So sind 100 zusätzliche Beamtenstellen vorgesehen. Dieser Zuwachs allerdings komme schon fast zu spät, obwohl die Gewerkschaft seit Jahren Alarm geschlagen habe.

„Alle Kolleginnen und Kollegen werden der Politik danken, dass in den kommenden Jahren in der saarländischen Polizei endlich wieder Personal aufgebaut und nicht mehr abgebaut werden wird“, teilte Maaß am Donnerstag (15. August) als reaktion auf Strobels Ankündigung schriftlich mit. Zu einer Entspannung der prekären Situation führe die Einstellung allerdings erst einige Jahre später. Denn wenn kommendes Jahr mehr Polizistenanwärter eingestellt werden, wirke sich dies nach der Ausbildung erst im Frühjahr 2024 aus. Der GdP-Landesvorsitzende wiederholte darum seine Forderung nach Lebensarbeitszeitverlängerungen und zusätzliche Tarifbeschäftige, „um schnell und unkompliziert Entlastung schaffen zu können“. Über die jetzt zugesagten weiteren Stellen hinaus müsse es in den Folgejahren einen weiteren Ausbau geben. Erst dann sei die Polizei wieder „nah an den Bürgern“ und die Arbeit für die Beschäftigten sozialverträglich.

Ähnlich äußerte sich auch der saarländische Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Sascha Alles. So könne die geplante Aufstockung auch nur ein Anfang sein. Allerdings verlangt er eine Mindestzahl von 3000 Polizisten. Nach unterschiedlichen Angaben aus Gewerkschaftskreisen sowie aus dem Innenministerium liegt sie derzeit bei rund 2000. Auch Alles will, dass Kollegen, die auch über das bisherige Ruhestandsdatum arbeiten wollen, im Dienst bleiben können. Das entspanne die Lage zusätzlich. Ergänzend will er weitere Stellen in der Polizeiverwaltung.

Mehr von Saarbrücker Zeitung