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Drei Ärzte sind in Region Grand Est an Corona gestorben

Kostenpflichtiger Inhalt: Erste Ärzte an Corona gestorben : Grenzstadt L’Hôpital trauert um Hausarzt

In der Region Grand Est sind bereits drei Mediziner an Corona gestorben.

Sie kämpfen an vorderster Front gegen die Ausbreitung des Coronavirus: Ärzte und Pfleger. Durch ihren ständigen nahen Kontakt zu den erkrankten Patienten ist die Ansteckungsgefahr für sie besonders hoch. Nun sind in Frankreich bereits fünf Ärzte an den Folgen ihrer Corona-Erkrankung gestorben, drei von ihnen in unserer besonders vom Virus betroffenen Nachbarregion Grand Est. Neben einem Hausarzt aus Colmar und einem Frauenarzt aus Mülhausen zählt nun ein Hausarzt aus der Gemeinde L’Hôpital zu den Opfern des Corona-Virus. Die lothringische Stadt, die direkt an Lauterbach grenzt und mit Überherrn eine Städtepartnerschaft unterhält, trauert um Sylvain Welling. Der 60-Jährige war seit rund 20 Jahren im Einsatz in der Grenzstadt. Bürgermeister Gilbert Weber lobte einen sehr engagierten Praktiker, der auch jetzt in dieser Krisensituation „morgens sehr früh die Praxis aufmachte und bis spät in den Abend arbeitete“. Auch in den sozialen Netzwerken lobten Patienten den Arzt, der bis zuletzt noch im Einsatz war, bis er letzte Woche wegen schwerer Atembeschwerden in die Klinik nach St. Avold gebracht wurde, wo er verstarb.

Mit knapp 6000 Einwohnern und nun lediglich zwei Hausärzten sieht Bürgermeister Weber die gesundheitliche Versorgung in der Stadt gefährdet. „Besonders in einer Zeit wie dieser, in der Mediziner dringend gebraucht werden, stürzt diese Tragödie unsere Stadt in eine dramatische Lage“, sagte er gegenüber der Tageszeitung „Le Républicain Lorrain“. Alleine werde die Kommune diese Lage nicht mehr stemmen, wenn man dabei bedenke, dass es höchstwahrscheinlich auch weitere Fälle von Coronavirus in der Stadt gebe. An die Gesundheitsbehörde ARS habe Weber bereits einen Hilferuf gesendet und warte nun auf eine Antwort. Solange werde man versuchen mit der Nachbargemeinde Carling zusammenzuarbeiten, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung in L’Hôpital weiterhin zu gewährleisten.