1. Saarland
  2. Blick zum Nachbarn

Zahl der Corona-Toten in Region Grand Est steigt

Kostenpflichtiger Inhalt: Lage in Grenzregion : Bereits 407 Menschen in Grand Est an Corona gestorben

In der Grenzregion scheint der Höhepunkt der Epidemie noch nicht erreicht. Patienten werden weiter verlegt, auch mit einem Schnellzug.

Drei Wochen seit Beginn der Krise spitzt sich die Lage in unserer Nachbarregion Grand Est immer noch zu. Täglich sterben dort dutzende Menschen an den Folgen ihrer Corona-Erkrankung. Bisher sind 407 Patienten ums Leben gekommen, wie die regionale Gesundheitsbehörde ARS am Dienstagabend mitteilte. Eingerechnet sind Patienten, die vor ihrem Tod positiv getestet waren, und Menschen, von denen vermutet wird, dass ihr Tod in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion steht, die aber nicht getestet wurden.

Während 625 Menschen bereits das Krankenhaus verlassen konnten, werden 2722 weiterhin stationär behandelt. 595 sind in einem kritischen Zustand auf der Intensivstation. „Das sind 69 mehr als am Vortag“, sagt die ARS und weist somit auf die weitere schnelle Verbreitung des Virus hin.

In der Grenzstadt Forbach befinden sich zurzeit 94 Corona-Patienten in Behandlung, wie die Leitung des Krankenhauses Marie-Madeleine der Zeitung „Le Républicain Lorrain“ bestätigte. Sechs von ihnen seien auf der Intensivstation. Seit Anfang der Epidemie hätten 23 Menschen als genesen das Krankenhaus verlassen, zehn seien gestorben und 13 in anderen Krankenhäusern verlegt worden.

Denn in der Region Grand Est sind viele Krankenhäusern bereits überlastet, vor allem im elsässischen Département Haut-Rhin (Mülhausen/Colmar). Seit letzter Woche finden täglich Evakuierungen von schweren Fällen innerhalb Frankreichs und nach Deutschland statt. Zum ersten Mal in Frankreichs Geschichte will die Regierung heute einen „TGV médicalisé“ durchs Land rollen lassen. Es handelt sich um einen Schnellzug TGV, der Patienten aus Mülhausen und Straßburg Richtung Süden befördern soll. In dieser Art Notkrankenhaus auf Schienen werden Krankenbetten über die normalen Sitze montiert. In jedem Wagen sollen Notärzte und Pflegekräfte mitfahren. Es soll 30 Patienten aufnehmen können. Bisher ist dieser Zug nur einmal gefahren, im vergangenen Mai im Rahmen einer Übung, die eine schnelle Verlegung von Patienten nach einem Anschlag vorsah.