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| 21:02 Uhr

Minister Commerçon will kostenlose Kitas im Saarland

Saarbrücken. Eltern im Saarland sollen künftig keine Kita-Gebühren mehr zahlen. Das strebt Bildungsminister Ulrich Commerçon an. Die Maßnahme würde insgesamt 50 Millionen Euro kosten – der Minister sieht das als Investition in den Standort Saarland. Cathrin Elss-Seringhaus

Im Saarland sollen Kindergartenplätze mittelfristig beitragsfrei werden. Das hat der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD ) gestern vorgeschlagen. "Kostenlose Bildung von Anfang an ist unser Ziel", sagte er. Das Angebot könne zugleich die vergleichsweise niedrige Erwerbsquote der Frauen im Saarland steigern. Derzeit werde bei einkommensschwachen Familien das Gehalt der Frau von den Kosten für die Kinderbetreuung "aufgefressen", sagte der Minister.

Insgesamt würde dieser Standortfaktor das Land jährlich 50 Millionen Euro kosten. Diese Summe müsse jedoch nicht "auf einen Schlag" aufgebracht werden, erklärte Commerçon. Er schlägt eine einkommensabhängige Staffelung der Gebühren vor, wie sie jetzt bereits im dritten Kita-Jahr praktiziert werde. Das Modell will er auf die anderen Kita-Jahre ausweiten, bis mittelfristig die komplette Freistellung erreicht ist.

Zudem will Commerçon einen Rechtsanspruch auf Ganztags unterricht durchsetzen. Die vergangenen Jahre hätten den Beleg für die wachsende Nachfrage geliefert, deshalb sei ein "flächendeckendes Angebot" der logische Schritt. Dennoch werde es "keinen Zwang" zur Ganztagsschule geben, die Wahlfreiheit bleibe erhalten, sagte Commerçon. Er wolle jedoch den Zustand beenden, dass Eltern mangels Angeboten in den "Zwangs-Halbtag" ausweichen müssten.

Kritik an Commerçons Idee melden die Saar-Grünen an. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsunterricht sei "vollkommen realitätsfern", teilte Fraktionsvize Klaus Kessler mit. Es stünden nicht annähernd genügend Plätze an Ganztagsschulen zur Verfügung. Während im Bundesschnitt 39,6 Prozent der Kinder in der Sekundarstufe I eine Ganztagsschule besuchten, seien es hierzulande lediglich 18 Prozent. > , Meinung