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Ab 9.27 Uhr wird es spannend im Saarland

Saarbrücken. Die Sonnenfinsternis von 1999 ist vielen Saarländern noch in Erinnerung. Diesmal wird es weniger spektakulär zugehen. Ein Erlebnis dürfte der Besuch der Sternwarte Peterberg werden. Thomas Schäfer

"Das Saarland erlebte gestern einen noch nie da gewesenen Ansturm", schrieb die SZ am 12. August 1999 voller Euphorie über das "Jahrhundert-Ereignis" der totalen Sonnenfinsternis. 100 000 Menschen waren laut Polizei allein nach Saarbrücken gekommen, um das Spektakel zu verfolgen. "Im ganzen Land herrschte Volksfeststimmung", hieß es weiter, wobei die Freude vielerorts von teils heftigem Regen erheblich getrübt wurde.

Knapp 16 Jahre später ist man im Saarland von einem ähnlichen Ausnahmezustand weit entfernt. Das liegt daran, dass es morgen keine totale, sondern eine partielle Sonnenfinsternis geben wird. Es wird also nicht plötzlich dunkel wie 1999. "Man wird es nur erahnen können", sagt Uwe Dillschneider vom Verein der Amateurastronomen des Saarlandes. Zu maximal 74,3 Prozent wird die Sonne vom Mond bedeckt sein, haben Experten errechnet. In Saarbrücken wird der Höhepunkt der Finsternis um 10.35 Uhr erwartet, sie beginnt um 9.27 Uhr und endet um 11.47 Uhr. Immerhin sehen die Wetteraussichten "gar nicht schlecht aus", sagt Dillschneider, der morgen gemeinsam mit einem Dutzend Vereinskollegen die wahrscheinlich spannendste Veranstaltung im Land organisiert. Auf der Sternwarte Peterberg bei Braunshausen stehen mehrere mit Spezialfiltern ausgerüstete Sonnenteleskope bereit, um die Finsternis besonders eindrucksvoll und gefahrlos zu verfolgen. Denn ohne entsprechenden Schutz ist die Beobachtung "ultragefährlich", sagt Dillschneider.

Dummerweise wurde der Handel wie viele andere diesmal von der nahenden Sonnenfinsternis so überrascht, dass die bekannten Papp-Brillen mit Folie kaum zu bekommen waren. Da musste man schon etwas Glück haben - oder einen aufgeweckten Klassenlehrer. Wie an der Gesamtschule Rastbachtal in Saarbrücken . Dort hat ein Lehrer für die gesamte Klassenstufe 6 im Internet Brillen besorgt, weshalb gut 150 Schüler morgen jetzt einen Ausflug an den Burbacher Weiher machen können, um die Sonnenfinsternis zu erleben. Auch an der Odilienschule in Dillingen gibt es ein spezielles Programm. Hier stellen Mitglieder des Saarlouiser Astronomievereins "Cassiopeia" Teleskope auf dem Schulhof auf.

Nicht alle Schüler werden es so nett haben. Wegen der großen Gefahren werden viele auch in den Pausen in ihren Klassen bleiben müssen, falls sie keine "Sofi"-Brille haben. Anfang der Woche hatte das Bildungsministerium in einem Rundschreiben klare Sicherheitshinweise gegeben. Die Lehrer wurden aufgefordert, "streng darauf zu achten, dass alle Schülerinnen und Schüler die erforderlichen Schutzvorkehrungen einhalten".

Auch der Katastrophenschutz ist nach Angaben des Innenministeriums auf das "bevorstehende Phänomen sowie das bestehende Restrisiko" eines größeren Stromausfalls vorbereitet. Ein Blackout wird jedoch als "sehr unwahrscheinlich" erachtet. 1999 gab es wegen der Sonnenfinsternis keine ernsten Zwischenfälle im Saarland. Anders in Kaiserslautern: Dort starb ein Mann, als er beim Betrachten des Spektakels mit seinem Auto gegen einen Brückenpfeiler fuhr.