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Blasse Kandidaten


Meinung:

Blasse Kandidaten

Von SZ-KorrespondentinKatrin Pribyl

Das Parteienspektrum im Königreich, das jahrzehntelang von einem Zweiparteiensystem dominiert war, hat sich aufgefächert. Das sollte dem Wahlkampf eigentlich zugute kommen, tut es aber nur bedingt. Das liegt vor allem an den Kandidaten. Sowohl Cameron als auch Miliband wirken vorhersehbar, gleichförmig, unoriginell. Sie verkörpern die negativen Seiten des Establishments. Anders präsentiert sich beispielsweise das Gesicht des Schottland-Referendums, Alex Salmond, der mit seiner authentischen Art immer wieder für Herzaussetzer in Westminster sorgt. Und für Jubel bei den Schotten. Dass Cameron Boris Johnson , den populären Bürgermeister Londons als Kandidaten für seine Nachfolge ins Spiel gebracht hat, dürfte viele Briten gefreut haben. Der Blondschopf ist zwar streitbar und greift zudem mit seinen Äußerungen immer wieder daneben. Aber unnahbar und langweilig, das ist er sicher nicht.