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Flensburg
Polizistin erschießt Messerstecher

Flensburg. Nach dem Messerangriff in einem Zug im schleswig-holsteinischen Flensburg gibt es bislang keine Erkenntnisse zu einem terroristischen Motiv. Wie die Ermittler gestern mitteilten, hatte der Angreifer am Mittwochabend während der Einfahrt eines Intercitys in den Bahnhof der Stadt auf einen Fahrgast und eine Polizistin eingestochen, die sich zufällig mit an Bord befand.

Die Polizistin erschoss den Angreifer daraufhin. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem getöteten Angreifer um einen 24-jährigen Asylbewerber aus Afrika. Die genaue Identität stehe noch nicht fest. Auch die genauen Abläufe und das Tatmotiv seien noch unklar. Der Passagier und die Beamtin seien schwer, allerdings nicht lebensgefährlich verletzt.


Im Zug soll es zu einem Streit des 24-Jährigen mit einem 35-Jährigen aus Köln gekommen sein, in dem der Mann zustach. Die 22-jährige Polizistin aus Bremen, die nicht dienstlich, aber in Uniform an Bord des Zuges war, griff ein und wurde selbst verletzt. Dann erschoss sie den Täter. Der Angreifer wohnte offenbar in Nordrhein-Westfalen und hatte eine befristete Aufenthaltserlaubnis, hieß es gestern.

Der Flensburger Bahnhof wurde nach der Tat am Mittwochabend geräumt. Auch die Zufahrtsstraßen waren vorübergehend gesperrt, der Zugverkehr unterbrochen.



Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) dankte der eingreifenden Polizistin „für ihren Mut“. Sie habe „mutmaßlich Schlimmeres verhindert“. Der Fall zeige, wie „wichtig die Präsenz von Polizeibeamten in Uniform auch im Rahmen privater Fahrten“ sei. Dies sorge für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum. Bereits am Mittwochabend zeigte sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) „tief bestürzt“ über den Angriff.