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Vatertag wird als Familientag am Bostalsee begangen

Kostenpflichtiger Inhalt: Vatertag zu Corona-Zeiten am Bostalsee : Ohne Bollerwagen und Bum-Bum-Musik

Wo sonst an Vatertag die Massen mit Alkohol im Gepäck lautstark zum Bostalsee zogen, gab es dieses Mal Idylle pur. Die Polizei lobt die Disziplin der Menschen.

Kein Vatertag wie sonst: Die typischen Bollerwagentouren von alkoholisierten Teilnehmern in Richtung Bostalsee sind am Donnerstag ausgefallen. Die eindringlichen Appelle der Verantwortlichen im Vorfeld zeigten offenbar Wirkung. In den vergangenen Jahren hielten Betrunkene die Einsatzkräfte der Polizei oft in Atem. Doch inmitten der Corona-Pandemie beherzigten die disziplinierten Ausflügler an Christi Himmelfahrt den Infektionsschutz. Väter und Mütter genossen mit ihren Kindern an der Seepromenade die traumhaften Sonnenstunden beim Picknick. Bereits am Morgen deutete sich an, dass an dem eigentlich traditionellen Fetentag mehr Kinderwagen als Bollerwagen an das Binnengewässer geschoben werden. „Null Wanderer im Zug“, stellte Andreas Riemenschneider, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Nordsaarland in Wadern, am Bahnhof Türkismühle fest. Wo sich in den Jahren zuvor mehr als 300 Menschen ansammelten, stieg diesmal kein einziger Wanderer aus. „Das hatten wir lange nicht mehr“, meinte der Nohfelder Bürgermeister Andreas Veit (CDU). Nach dem Abmarsch der größtenteils jungen Väter sah der Bahnhofsvorplatz in der Vergangenheit oft wie eine Müllkippe aus. Dieses Mal war er wie geleckt. Das allerdings sehr zum Leidwesen eines Pfandsammlers, der in zurückliegenden Jahren immer gut Kasse machte. „Wenn man bedenkt, was im vergangenen Jahr hier los war“, sagte der enttäuschte Privatentsorger achselzuckend. Lediglich eine Flasche fischte er aus einem Abfallkorb. „Jetzt melde ich Bankrott an“, scherzte er. Nach sechs leeren Züge prophezeite Hubertus Wilhelm von der Nohfelder Ortspolizeibehörde: „Es werden wohl kaum noch Wandergruppen an den See marschieren“.

Ein Hinweis darauf war die erste Kontrolle an den markanten Punkten auf dem Weg zum See. „Es waren meist nur Radfahrer zu sehen“, berichtete Wilhelm. Auch Polizeichef Riemenschneider erspähte während der Streifenfahrt von Wadern nach Bosen gerademal acht Fußgänger. Und so kam es, dass seit Jahren mal wieder kein Chaos-Vatertag mit Blaulicht und Martinshorn anstand. Das bedeutete für die Ordnungshüter und für die Besucher einen entspannten Ferientag am See. „Das tut auch mal gut.  In den zurückliegenden Jahren hat der Bostalsee immer viel abbekommen“, so Wilhelm. Gemeinsam mit einem Team der Bereitschaftspolizei zeigten die Ortspolizisten Präsenz an der Seepromenade. Links und rechts ließen sie ihre Blicke schweifen. „Alles in Ordnung, alles ruhig, nichts zu beanstanden“, teilte der zufriedene Einsatzleiter daraufhin der Leitstelle über Funk mit.

Gegen 15 Uhr beendete die Ortspolizei ihren Dienst. „Alles bestens gelaufen, die Besucher haben sich an die Vorgaben gehalten“, beurteilte Wilhelm die Gesamtsituation. Vielleicht, so ergänzte er, bekomme jetzt der Vatertag am Bostalsee ein besseres Image. Gegen 17.30 Uhr gab Polizeihauptkommissar Riemenschneider eine erste Einschätzung ab: „Die Vatertags-Touren mit Bollerwagen und Bum-Bum-Musik sind ausgefallen“. Aus Sicht der Polizei sei es ein Familientag gewesen. „Die Menschen haben sich vorbildlich verhalten, auch das Personal in den Gastronomiebetrieben am Bostalsee“, lobte Riemenschneider.

Statt Chaos wie in den zurückliegenden Jahren gab es an diesem Vatertag Idylle pur. Diese Besucher genießen in der strahlenden Sonne den Blick auf den Bostalsee. Foto: Frank Faber

Ein identisches Bild präsentierte sich auf dem Tholeyer Schaumbergplateu. „Alles im grünen Bereich, besser geht es nicht“, freute sich Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU). Die Besucher, so Schmidt weiter, hätten sich sehr diszipliniert verhalten. Die Schaumberg-Alm konnte schon vor 18 Uhr einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes abziehen.