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Harald Ley: Buch „Coronaden“ unterstützt Kulturfonds Saarlouis

Registrierungspflichtiger Inhalt: Kultur in Saarlouis : Gedichte als Hilfe: Mit Scharfsinn und Witz dem Virus trotzen

Autor Harald Ley unterstützt mit Verkauf seines Gedichtbands „Coronaden“ heimische Künstler über den Kulturfonds Saarlouis.

Im Lockdown nutzlos herumsitzen ist seine Sache nicht: Autor Harald Ley aus Picard, der meistens auf Moselfränkisch schreibt, diesmal aber auch Hochdeutsch, hat die lange Zeit des Nur-Zuhause-Seins lieber künstlerisch genutzt. „So sind letztes Jahr 24 Corona-Gedichte entstanden, mit denen ich meinen Freundeskreis schon infiziert habe: nachdenkliche, humorvolle, auch mal bissige Episoden aus einer ungewöhnlichen Zeit“, beschreibt Ley selbst. Und je länger die Lage anhielt, desto mehr sorgte er sich auch um die regionale Kulturszene, die seit vielen Monaten vor dem Nichts steht – und wollte helfen, nämlich über den Kulturfonds der Stadt Saarlouis für die heimische Kunst- und Kulturszene, an den Ley den kompletten Reinerlös spendet.

Eine seltsame Zeit, ein verrücktes Jahr, eine neue Normalität mit Masken und Marotten: Seine scharfsinnigen Beobachtungen aus der Corona-Zeit hat der Autor Harald Ley aus Picard mit bissigen Kommentaren über Gesellschaft und Politik gespickt, in Versform gepackt und als „Coronaden“ zunächst per E-Mail im privaten Umfeld verteilt. „Leer sind Kneipen und Cafés, mein Nachbar grüßt mich jetzt von weitem, einmal die Woche fahr ich noch zum Kaufen, den Wein muss ich alleine saufen“, heißt es in der ersten Coronade im März 2020. In Nummer 11 namens „Corona frisst Hirn“ stellt Ley fest: „Trumpel sagte, an Ostern sei das Virus nicht mehr da. Er vergaß leider zu sagen: Ostern! In welchem Jahr?“
Und über die Querdenker: „Ließ Gott Hirn vom Himmel regnen, aus purer Güte, sie blieben davon verschont wegen ihrer Alu-Hüte.“ In „Die Liebe in den Zeiten von Corona“ denkt Ley über die fehlende Nähe hinter Masken nach: „Liebe deinen Nächsten – aber mit Abstand!...1,5 Meter sind zwischenmenschlich geblieben, das reicht nicht mal zum Reichen der Hand.“

Als Sammlung herausgekommen ist ein „Corona-Tagebuch in Versform, in dem man sich immer wieder dem Virus aussetzen kann, jedoch ohne die Gefahr einer Infektion“, sagt Ley, „und es dokumentiert ein verrücktes, merkwürdiges Jahr, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.“

Die 24 „Coronaden“ hat Ley nun als kleinen Band im DIN A 5-Heftformat selbst herausgebracht. Und der Autor hofft auf ein „Superspreading“, sprich, dass sich der kleine Gedichtband rasend schnell in der Region verbreitet. Fünf Euro kostet er, höhere Spenden sind natürlich willkommen.

1000 Stück hat er mit Unterstützung einiger Sponsoren, Privatpersonen wie Vereine, drucken können; durch die Spenden konnten die kompletten Herstellungskosten gedeckt werden. 150 sind bereits verkauft. „Und wenn alles nach meiner Wunschvorstellung läuft, könnte ich dem Saarlouiser Kulturfonds am Ende 5000 Euro überweisen“, meint Ley. Die Stadt mit OB Peter Demmer und Kulturamtsleiterin Julia Hennings hat Ley bei seiner Idee organisatorisch unterstützt. Die befreundete Künstlerin Heike Puderbach hat das Titelbild gestaltet.

Obwohl die meisten üblichen Verkaufsstellen derzeit noch geschlossen sind, hat Ley Möglichkeiten gefunden, die Hefte unter die Leute zu bringen: Erhältlich sind die „Coronaden“ zum einen über ihn selbst, persönlich oder über Versand, zum zweiten im Beaumaraiser Laden in der Hauptstraße. Weitere Verkaufsstellen werden gesucht, ergänzt Ley, gerne auch Bäckereien oder Apotheken.

Autor Harald Ley Foto: Angelika Ley

Kontakt und Bestellung über Harald Ley unter Tel. (0 68 31) 25 15 oder E-Mail an haro.ley@arcor.de, Bezahlung erfolgt per Rechnung.