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Was passiert mit den kleinen Krankenhäusern im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Welche Krankenhäuser bleiben? : Gesundheitsministerium fürchtet weitere Klinik-Schließungen im Saarland

Bundespolitische Entscheidungen machen es gerade kleinen Krankenhäusern schwer. Das Gesundheitsministerium erwartet daher die Verlagerung von Personal und Kapazitäten in größere Kliniken. Eine Region im Saarland ist besonders betroffen.

Nach der Schließung der Kliniken Wadern und Dillingen sowie dem absehbaren Aus der Klinik in Ottweiler wird sich die Krankenhaus-Landschaft im Saarland nach Ansicht des Gesundheitsministeriums auch in den nächsten Jahren stark verändern. „Zukunftsfähigkeit von Krankenhäusern lässt sich nur herstellen in größeren Klinik-Einheiten mit Spezialisierungen und einem Abbau von Doppelstrukturen“, heißt es in einer Einschätzung von Ministerin Monika Bachmann und Staatssekretär Stephan Kolling (beide CDU) zur Lage der 22 Saar-Kliniken. Sie erwarten eine „Bündelung und Verlagerungen von Personal und Know-how in größere Einheiten“.

Größere Einheiten heißt zugleich weniger kleine Krankenhäuser. Im Saarland gibt es überdurchschnittlich viele kleinere Kliniken, die eine Grund- und Regelversorgung anbieten. Sie haben es aufgrund bundespolitischer Rahmenbedingungen wie den Vergütungsregeln sowie Personal- und Strukturvorgaben oder Mindestmengen besonders schwer. Bachmann und Kolling räumen aber auch ein, dass die Investitionsförderung des Landes zu gering ist (weshalb sie eine dauerhafte Förderung durch den Bund fordern). „Alle Träger von Krankenhäusern im Saarland haben erhebliche Probleme und kämpfen um Investitionen, Personal und Patienten“, heißt es in der Analyse. Die stationäre Versorgung im Saarland mit seinem engmaschigen Klinik-Netz sei dennoch so gut wie in keinem anderen Bundesland.

Eine größere Einheit wäre auch eine Nordsaarlandklinik mit bis zu 300 Betten. Bachmann und Kolling sehen den Bestand der kleinen Häuser in Losheim, Hermeskeil oder Birkenfeld in Gefahr. Unklar ist zudem, wie es in Lebach weitergeht. Das dortige Krankenhaus der Cusanus-Trägergesellschaft Trier (ctt) weist laut Gesundheitsministerium mit 31,9 Millionen Euro den größten Sanierungsstau aller 22 Klinik-Standorte im Saarland auf, weshalb eigentlich schon 2019 mit einem Neubau des Bettenhauses begonnen werden sollte. Die Baustelle ruht, die Kommunalpolitik ist in großer Sorge um den Standort.

Weil es auch für das Krankenhaus in Losheim nur eine Bestandsgarantie des Trägers Marienhaus bis 2022 gibt, verteidigen Bachmann und Kolling die Ende 2019 angelaufene bundesweite Suche nach einem Investor für Bau und Betrieb einer Nordsaarlandklinik, die Lebach, Losheim und Hermeskeil überflüssig machen würde. Eine „saarländische Lösung“ mit Trägern aus der Region werde favorisiert, so Ministerin und Staatssekretär.

„Es gibt allerdings keine Denkverbote und es wird kein Träger von vornherein ausgeschlossen.“ Schädlich seien Diskussionen über nicht willkommene Träger. Die SPD und Verdi hatten sich vehement gegen einen Krankenhaus-Konzern ausgesprochen. Jeder Träger, der bereit sei, sich auch finanziell zu engagieren, sei willkommen, so Bachmann und Kolling. Auch die Standortfrage lässt das Gesundheitsministerium offen: „Ein Träger, der bereit ist, eine Nordsaarlandklinik zu bauen, wird, um wirtschaftlich zu sein, den Standort wählen, der möglichst viele Patienten zusammenführt.“