Stadionumbau in Saarbrücken beschäftigt auch den neuen OB

Kostenpflichtiger Inhalt: Diskussion um den Ludwigspark : Topspiel heizt Stadiondebatte an

Die Suche nach einem Stadion für den Pokal-Hit gegen Köln befeuert die Diskussion um die Dauerbaustelle Ludwigspark.

Es könnte alles so schön sein. Am Sonntagabend bescherte die Auslosung der zweiten DFB-Pokalrunde dem 1. FC Saarbrücken mit dem Bundesligisten 1. FC Köln ein attraktives Los. Für Mannschaft, Fans und Verein könnte die Aussicht auf ein Flutlichtspiel vor ausverkauftem Haus eigentlich für uneingeschränkte Vorfreude sorgen. Wäre da nicht dieses Problem: Wo soll das Spiel stattfinden? Die eigentliche Heimat des 1. FC Saarbrücken ist seit Jahren nicht bespielbar. Auch zum Pokalspiel Ende Oktober sind die Bauarbeiten am Ludwigspark noch lange nicht abgeschlossen. Die aktuelle Spielstätte des Vereins, das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen, könnte nur mit erheblichem finanziellem Aufwand pokaltauglich gemacht werden. Daher sucht der Verein aktuell ein Ausweichstadion.

Wieder einmal also sorgt die Baustelle Ludwigspark für Gesprächsstoff. Damit hatte schon die scheidende Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) häufig zu kämpfen. Auch ihren Nachfolger Uwe Conradt (CDU) lässt dieses Thema nicht los. Und das obwohl er sein Amt erst am 1. Oktober antritt. Als Mitglied der CDU-Fraktion im Saarbrücker Stadtrat ist er schon lange in die Abläufe der Dauer­baustelle Stadion eingebunden. Im Januar hatte die Stadtverwaltung einen Anstieg der Baukosten von 28 auf 34 Millionen Euro bekanntgegeben. Diese Mehrkosten sollten über einen Sonderkredit einer städtischen Gesellschaft getragen werden. Dieser Kreditantrag wurde Anfang Februar allerdings mit Stimmen von Conradts CDU-Fraktion im Stadtrat abgelehnt.

Daraufhin stand auch ein möglicher Baustopp im Raum. Dies hatte Conradt in den sozialen Netzwerken den Beinamen „Baustopp-Uwe“ eingebracht. Ein Spitzname, der sich hält. „Ich und wir als CDU-Fraktion wollten schnellstmöglich ein drittligataugliches Stadion, das vollständig finanziert ist. Dies wäre mit den 34 Millionen Euro nicht möglich gewesen. Daher haben wir den Antrag der Stadtverwaltung damals abgelehnt“, sagte Uwe Conradt gestern auf Anfrage der SZ. „Einen Baustopp hat es im Jahr 2019 nicht gegeben“, ergänzte der künftige OB. Neben der CDU hatten auch die Grünen und die FDP gegen die Kreditaufnahme gestimmt.

Der Forderung nach einer höheren Beteiligung des Landes hatte Innenminister Klaus Bouillon (CDU) eine Absage erteilt. Keine zehn Tage später waren auch die 34 Millionen wieder hinfällig. Bürgermeister Ralf Latz (SPD) bezifferte die Gesamtkosten am 14. Februar auf nunmehr 38 Millionen Euro. Das habe eine Vollkostenbetrachtung ergeben, mehr komme nicht hinzu. Auch diese Kostensteigerung sollte zunächst mit einem Sonderkredit abgedeckt werden. Ein Treffen zwischen Innenminister Bouillon, Finanzminister Peter Strobel (CDU), Oberbürgermeisterin Britz, Bürgermeister Latz und Conradt am selben Tag brachte jedoch ein anderes Ergebnis. Man habe eine alternative Lösung gefunden, sagte Britz nach dem Treffen. Diesen Kompromiss, der wohl durch Geld der Stadt aus dem Verkauf des Messegeländes möglich wurde, hatte der Stadtrat kurz darauf beschlossen.

Uwe Conradt wird zum 1. Oktober Saarbrücker Oberbürgermeister. Foto: dpa/Oliver Dietze

Nach Baufortschritten im Frühjahr folgte kürzlich ein erneuter Rückschlag. Nach der Aufhebung zweier Ausschreibungen verzögere sich die Fertigstellung des Stadions um weitere zwei Monate, meldete die Stadtverwaltung. Dennoch könne der FCS seine Heimspiele in der Saison 2020/21 wieder im Ludwigspark austragen. Aktuell habe er keine Einblicke in den Stand der Bauarbeiten, sagt Conradt: „Ab dem 1. Oktober werde ich mir schnellstmöglich einen Überblick verschaffen und alles versuchen, dass der 1. FC Saarbrücken seine Heimspiele ab nächster Saison wieder im Ludwigspark austragen kann.“

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