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Kommunen machen trotz Corona Freibäder bereit für die Sommersaison

Kostenpflichtiger Inhalt: Schwimmbäder im Regionalverband : Frühjahrsputz für Badespaß im Freien

Kommunen machen Freibäder startklar bis Ende Mai. Ob es dann losgeht, das entscheiden in der Corona-Krise andere.

Zum Ausblick auf die Freibadsaison im Regionalverband gehören 2020 immer das Virus – und das Wort wenn. Nur wenn mit Corona die vom Land erlassenen Verbote und Einschränkungen verschwinden, dürfen die Kommunen ihre Becken freigeben. „Wir bereiten uns ganz normal vor“, erklärt die Saarbrücker Bäder-Chefin Gabriele Scharenberg-Fischer. Ob das Schwarzenbergbad, das Freibad Dudweiler und die Außenbereiche der Kombibäder in Fechingen und Altenkessel wie üblich Mitte Mai, später – oder im schlimmsten Fall gar nicht – öffnen dürfen, ist in der Schwebe. Die Vorbereitungen laufen dennoch. Aktuell überwachen die Fachleute die Trinkwassersysteme und pflegen technische Anlagen sowie Gebäude. Außerdem stehen je nach Erreichbarkeit der Fachfirmen vorgezogene Revisions- und Reparaturarbeiten in den Hallenbädern an.

Zu den Bau- und Sanierungsvorhaben gehören der Ab- und Neubau von Spielgeräten im Freibad Dudweiler, eine neue Filteranlage im Kombibad Altenkessel plus der Ersatz von Wasserleitungen und die Sanierung des Trinkwasserbrunnens sowie der Sanitäranlagen im Kombibad Fechingen.

Wegen der Corona-Pandemie ist zwar Kurzarbeit beim Bäderbetrieb. 16 Fachkräfte überwachen aber nach wie vor die Anlagen. „Wir können die Bäder nicht einfach ausschalten, die Überwachung der Wasserqualität und Pflege der technischen Anlagen und Gebäude müssen weiterlaufen“, sagt Scharenberg-Fischer. Hinzu kommen Pflege-, Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten für die wichtige Freibadsaison. Im Sommer 2019 hatten die Saarbrücker Bäder 231 605 Badegäste. 2018 waren es knapp 5720 Besucher weniger.

Ende Mai soll Riegelsbergs Freibad für die Gäste bereitstehen, wie Kerstin Müller-Kattwinkel von der Gemeinde mitteilt. Das Gelände ist schon vorbereitet. Nach der Grundreinigung bekommt das Freibad das Becken-Wasser zum Saisonauftakt. Natürlich ist es wie im Zuge jeder Vorbereitung im Labor untersucht, ehe der Betrieb beginnt. 53 000 Freibadbesucherinnen und -besucher verzeichnete die Gemeinde in der vorigen Saison. Im Supersommer 2003 kühlten sich sogar 68 000 Frauen, Männer und Kinder im Riegelsberger Freibad ab.

In Völklingen steht wie in allen Kommunen die Entscheidung aus, ob das Freibad öffnet. Stadtsprecher Sebastian Feß sagt, die Verwaltung analysiere wöchentlich die Entwicklung. Noch sei etwas Zeit, eine Entscheidung zu treffen, selbst wenn entsprechende Vorarbeiten geleistet werden müssten. Weil die Technik einer Öffnung nicht im Wege stehen soll, laufen derzeit in Völklingen wichtige Wartungsarbeiten.

Auf Ende Mai ausgerichtet sind die Saisonvorbereitungen im Freibad der Gemeinde Kleinblittersdorf. Bis dahin ist die neue Wasserhauptleitung betriebsbereit. Das Bad, von dem sich ein schöner Blick über das obere Saartal bietet, bekommt außerdem ein neues Kinderbecken.

Im Freibad der Stadt Friedrichsthal seien die zum Saisonstart nötigen Reparaturen im Gange, sagt Harald Großjean. Er leitet in der Friedrichsthaler Verwaltung das Sachgebiet Bäder. Geplant ist der Saisonbeginn für den Pfingstsamstag, 30. Mai. Die Friedrichsthaler warten wie die Bäder-Experten in den anderen Kommunen auf grünes Licht. Selbst über den 30. Mai hinaus. Ein späterer Saisonbeginn sei in Friedrichsthal durchaus möglich. Großjean wünscht jedoch nicht zuletzt den jungen Badegästen einen langen Freibad-Sommer 2020. „Es wäre fatal, wenn die Kinder über die gesamte Saison nichts hätten.“ Wie gefragt die Anlage am Rande des Regionalverbandes in Jahren ohne Zwangspause ist, zeigt der Blick ins Vorjahr. 2019 kamen 73 000 Besucher ins Hallen- und ins Freibad der Stadt Friedrichsthal.

In Quierschied laufen die vorbereitenden Arbeiten im Freibad der Gemeinde zufolge planmäßig. Dazu gehören neben Reparaturen das Ablassen des Wassers und Reinigen des Beckens sowie der Filter. Der Einbau aller Pumpen, die Inbetriebnahme der Bad-Technik sowie die Pflege der Außenanlage kommen hinzu. Darüber hinaus sind das Beachvolleyballfeld und der Spielplatz herzurichten. Nicht zuletzt erhält das Becken ringsum eine neue Überlaufrinne. 42 000 Euro gibt Quierschied für das Herzstück des Bades aus.

 Von ganz anderen Dimensionen sprechen Experten, sollte die Corona-Krise unvermindert andauern. Bäder-Chefin Scharenberg-Fischer rechnet allein für Saarbrückens Anlagen mit einem Minus von mehreren hunderttausend Euro, falls die komplette Freibadsaison ausfällt.