Kostenpflichtiger Inhalt: Fastnacht : Die Reblaus von der Oberen Saar

Florian Quack war schon Mitglied der „Rebläuse“ in Kleinblittersdorf, da war er noch nicht geboren.

Seit Mittwochabend geht es rund in der Kleinblittersdorfer Spiel- und Sporthalle. Die Karnevalsgesellschaft „Die Rebläuse“ verwandelt die größte Halle der Gemeinde in eine prunkvolle Narrhalla. 20 Vereinsmitglieder arbeiten jeden Abend bis zu fünf Stunden, damit bei der Galasitzung am Samstag alles passt. „Allein die große Bühne aufzubauen ist eine Wahnsinns-Arbeit. Um die Hallendecke zu schmücken, brauchen wir ein Gerüst. Wegen des Schul- und Vereinssports haben wir nur drei Tage Zeit zum Aufbau und einen Tag Zeit zum Abbau“, sagt Florian Quack. Er ist mit 37 Jahren bereits ein Urgestein der Kleinblittersdorfer Fastnacht. Unter anderem, da er schon 38 Jahre Mitglied bei den Rebläusen ist. „Meine Mutter hat mich schon im Verein angemeldet, als sie mit mir schwanger war. Welche Rolle die Fastnacht in unserer Familie spielt, muss ich damit wohl nicht weiter erklären“, sagt Quack und lacht.

Sein Opa Josef war wie er Maler- und Lackierer-Meister im eigenen Betrieb und zudem Elferratspräsident bei den Rebläusen. Ende der 1980er Jahre saß Florian Quack bereits im Kinderelferrat. In den 1990er Jahren kam der erste Vorstandsposten dazu. Und seit 2009 ist der 37-Jährige der Elferratspräsident der Kleinblittersdorfer. „Wir haben damals die gesamte Führungsetage der Rebläuse verjüngt und ich hatte Interesse in die Fußstapfen meines Opas zu treten“, sagt Quack.

In den Anfangsjahren als Sitzungspräsident hat er sich akribisch vorbereitet. Nicht immer zielführend, wie er heute weiß. „Ich habe mir Elferratspräsidenten im TV und bei befreundeten Fastnachtsvereinen angeschaut. Und ich habe mir viele Zettel geschrieben, damit ich während der Sitzung weiß, was ich sagen soll. Das war allerdings nicht so toll. Denn irgendwann verzettelt man sich im wahrsten Sinne des Wortes. Das Beste ist immer noch frei Schnauze“, sagt er.

Während in anderen Fastnachtsvereinen die Sitzungspräsidenten darauf bestehen, auch das Sitzungsprogramm gestalten zu wollen, lässt Quack lieber die Fachmänner und -frauen ran. „Unser Präsident Stefan Jung und Kathrin Wermuth sind unsere beiden Cheftrainer und die wissen viel besser, in welcher Abfolge das Programm laufen soll. Wir teilen uns die Arbeit und damit fahren wir seit Jahren sehr gut“, sagt Quack.

An Arbeit fehlt es dem 37-Jährigen nicht. Neben dem Aufbau für die Galasitzung koordinierte Florian mit seinem Vater zusammen 20 Jahre lang den Fastnachtsumzug durch Kleinblittersdorf. Er ist eher der Schaffer und Moderator, als ein Künstler auf der Bühne. „Ich habe mal bei ein paar Showtänzen mitgemacht. Die Bütt überlasse ich dann lieber anderen.“ Das zweite große Hobby des Kleinblittersdorfers ist die Freiwillige Feuerwehr, für die er auch viele Stunden im Jahr arbeitet.  „Am allerliebsten bin ich aber mit meiner Freundin und unserem Hund im Wald spazieren. Hobbys und Arbeit nehmen viel Zeit in Anspruch. Man braucht auch die Zeit zur Entspannung, um wieder zu erfahren, was wirklich wichtig im Leben ist“, sagt die Reblaus von der Oberen Saar.