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Großeinsatz der Polizei in Dudweiler nach Schüssen

Kostenpflichtiger Inhalt: Polizei nimmt den Schützen nach erneutem Vorfall fest : 68-Jähriger verschanzt sich nach Schüssen in Dudweiler in Wohnung

Großeinsatz der Polizei in Dudweiler: Anwohner hatten Schüsse gemeldet. Die Lage war unklar. Im Zuge des Einsatzes nahm die Polizei einen 68-Jährigen fest, der nicht freiwillig aus seiner Wohnung kommen wollte. Der polizeibekannte Mann hatte am Dienstag für einen ähnlichen Vorfall gesorgt.

Die Polizei hat im Saarbrücker Stadtteil Dudweiler einen 68-Jährigen festgenommen. Der polizeibekannte Mann soll in der Dürerstraße in einem Mehrfamilienhaus mit einer Waffe herumgeschossen haben. Anwohner hatten gegen 13.15 Uhr die Einsatzkräfte alarmiert, nachdem sie Schüsse wahrgenommen hatten. Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits am vergangenen Dienstag, 31. März, in Dudweiler gegeben.

Die Polizei rückte nach den erneuten Schüssen am Sonntag, 5. April, mit einem Großaufgebot an und umstellte das Haus. Wie das Landespolizeipräsidium am Mittag auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung erklärt hatte, war die Lage zunächst unklar. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass der Vorfall heute wie der am Dienstag auf das Konto des 68-Jährigen geht. Der Mann soll am Dienstag von seinem Balkon seiner Wohnung aus mit einer Luftpistole auf Vögel geschossen haben. Schon damals war die Polizei mit einem Streifenwagen-Kommando vor Ort. Der Schütze hatte von den Beamten eine Ansprache erhalten. Da er mit einer Luftpistole geschossen hatte, wurde diese nicht einbehalten.

Heute soll der Mann erneut zur Waffe gegriffen haben. Unklar ist, ob er die Luftpistole oder diesmal eine Schreckschusswaffe benutzt hat. Als die Polizei in die Dürerstraße anrückte, verschanzte sich der Schütze in seiner Wohnung, in der er allein war. Da nicht sicher war, ob der 68-Jährige auch eine scharfe Waffe hat, wurden für solche Situationen geschulte Kräfte des Spezial-Einsatz-Kommandos (SEK) und der Verhandlungsgruppe der Polizei zu dem Einsatz hinzugezogen.

Der Mann wollte zunächst nicht freiwillig aus der Wohnung kommen. Nachdem er längere Zeit nicht auf die Polizei reagiert hatte, gelang es Beamten der Verhandlungsgruppe, den 68-Jährigen ans Telefon zu bekommen. Nach knapp 20 Minuten konnten sie ihn davon überzeugen, dass er aufgibt. Er kam aus seiner Wohnung. Die Einsatzkräfte konnten den Schützen widerstandslos festnehmen. Er gab der Polizei gegenüber an, ihm sei langweilig gewesen, deshalb habe er auf einen Spielzeug-Clown geschossen. Um festzustellen, ob er psychische Probleme hat, wurde der 68-Jährige zur Untersuchung in eine Spezialklinik gebracht.

Die Polizei durchsuchte die Wohnung des Mannes. Die Ermittler stellten eine Luftdruckpistole und eine Schreckschusswaffe sicher. Zum Absuchen der Wohnung nach Waffen wurde ein extra dafür ausgebildeter Polizeihund eingesetzt.