Luxair gibt seine Geschäftszahlen bekannt

Flugverkehr : Luxair hadert mit Berlin-Route

Die Gesellschaft verfehlt auf der Strecke das Ziel von 100 000 Passagieren.

Die luxemburgische Fluggesellschaft Luxair ist mit der Auslastung der Strecke von Saarbrücken nach Berlin nicht zufrieden. „Wir haben uns mehr versprochen und setzen auf eine Besserung. Vor allem wollen wir die Strecke in diesem Sommer mit einer aggressiven Preispolitik voranbringen“, sagte Luxair-Chef Adrien Ney gestern bei der Bilanzvorlage für 2018 in Munsbach. Die Linie wird von der Gesellschaft Adria im Luxair-Auftrag bedient. Von 18 wöchentlichen Flügen werden zwölf mit Kontingenten der Preisklasse von 99 Euro geöffnet. Nur die stark nachgefragten Verbindungen wie montags morgens oder freitags abends werden davon ausgenommen.

„Hunderttausend Passagiere auf der Berlin-Strecke brauchen wir schon auf Dauer“, sagte Ney. Sie werden wohl in diesem Jahr wieder nicht erreicht. Im vergangenen Jahr lag die Berlin-Strecke bei gut 80 000 Passagieren. Es fehle bei Berlin vor allem am Freizeitverkehr, während der klassische Business-Verkehr konstant sei. Hinzu komme die seit Dezember 2018 durchgängige ICE-Verbindung nach Berlin, auf die wohl etliche Kunden umgestiegen seien, sagte Albert O. Kunkel, Vertriebsvorstand der Luxair und Chef der Reisesparte Luxair Tours.

Außerdem habe die dreiwöchige Schließung des Saar-Airports Passagiere und Einnahmen gekostet. Insgesamt setze man aber auf die gute Partnerschaft mit dem Flughafen Saarbrücken und es gebe auch keinerlei Pläne, sich von der Saar zurückzuziehen. Ney wäre gerne die einst bediente München-Strecke weitergeflogen, aber sie habe sich nicht gerechnet, zumal ab Luxemburg sowohl Lufthansa als auch Luxair München anfliegen. Die Hamburg-Linie dagegen laufe seit Jahren konstant und zufriedenstellend.

Unterm Strich zeigte sich der Luxair-Vorstand trotz allem mit dem Nettoergebnis des Konzerns in Höhe von 12,5 Millionen Euro zufrieden (2017: 9,5 Mio. Euro). Luxair hat vier Sparten: Linienverkehr, die Feriensparte Luxair Tours, das Frachthandling (Luxair Cargo) und den Bereich Services (wie Catering). Die Fluglinie selbst flog mit zehn Millionen Euro (Vorjahr: minus 6,3 Mio. Euro) wieder rote Zahlen ein, was aber durch die Gewinne der anderen Sparten kompensiert wird. Die Cash-Kuh des Konzerns ist Luxair Tours mit einem Gewinn von 9,7 (7,2) Millionen Euro. Der des Konzerns mit gut 3000 Beschäftigten und 19 Flugzeugen lag 2018 bei 593 Millionen Euro (plus 1,3 Prozent).

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