Betriebsbesuch in der Ökumenischen Sozialstation St. Ingbert

Kostenpflichtiger Inhalt: Agentur für Arbeit informiert in St. Ingbert : Wie Qualifizierung funktionieren kann

Welche Möglichkeiten zur Weiterbildung aus dem Beruf es inzwischen gibt, zeigte die Agentur für Arbeit beim Besuch der Ökumenischen Sozialstation St. Ingbert im Gespräch mit Monika Mischo.

In vielen Berufen ist eine Fachausbildung inzwischen Voraussetzung. Die Ansprüche der Arbeitgeber steigen, Fachkräfte werden dringend gesucht. Besonders in Handwerksberufen, aber auch in der Pflege mangelt es an Bewerbern. Ein bekanntes Problem.

Die Weiterbildung von Mitarbeitern ist dabei eine von vielen Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen. Viele Angestellte sind schon lange in einem Beruf tätig und können sich durchaus vorstellen, eine Fortbildung anzustreben. Oft gibt es da aber einige Haken – während einer zusätzlichen Ausbildung sinkt das Gehalt. Gerade für Familien häufig nicht tragbar. Außerdem bedeuten Bildungsmaßnahmen auch für den Arbeitgeber Mehrkosten. So kommt es, dass die Chance auf eine Weiterbildung häufig nicht genutzt wird, obwohl Interessenten da sind, die dann wiederum als dringend benötigte Fachkräfte eingesetzt werden können. Was viele nicht wissen: Es gibt einen Weg, diese Schwierigkeiten zu umgehen. Schon seit einigen Jahren bietet die Agentur für Arbeit hier Unterstützung und Förderungen an. Anfang dieses Jahres trat außerdem das Qualifizierungschancengesetz in Kraft. Die Beratungsaufgabe der Bundesagentur für Arbeit wurde damit verstärkt. Denn man weiß: Weiterbildung und lebenslanges Lernen werden immer wichtiger.

Digitalisierung und Demografischer Wandel sind zwei Begriffe, um die man beim Thema Arbeitswelt nicht mehr herumkommt. Um den Ansprüchen gerecht zu werden, werden nicht nur Arbeitssuchende sondern auch Arbeitnehmer unterstützt, die bereits in einem Beruf tätig sind. Besonders in Engpassberufen, wie zum Beispiel der Altenpflege, sehr wichtig. Damit wurde die Förderung für alle Beschäftigten geöffnet und das unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße. So können, je nach Betrieb, im Falle einer Weiterbildung bis zu hundert Prozent der Lehrgangskosten erstattet werden, wenn der Arbeitnehmer für die Ausbildung freigestellt wird. Außerdem werden die Lohnkosten der Angestellten übernommen. Denn wer sich auf diesem Weg weiterbildet, bekommt weiterhin sein normales Gehalt, während die „Schulbank gedrückt wird“. Eine finanzielle Hilfe, nicht nur für den Arbeitgeber, sondern auch für die Angestellten. Sie erhalten zum Beispiel zu erfolgreich bestandenen Zwischenprüfungen Prämien im Wert von 1000 und 1500 Euro.

Bisher wird das Qualifizierungschancengesetz selten angewandt – es ist noch unbekannt. Um das zu ändern stellten Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, und Caroline Ehrmantraut, die Beratungs- und Vermittlungsfachkraft im Bereich Arbeitgeber-Service, das Konzept beim Betriebsbesuch in der Ökumenischen Sozialstation St. Ingbert vor. Dort werden derzeit zwei Mitarbeiter auf diesem Weg gefördert. Gemeinsam mit Geschäftsführer Anton Hans, seiner Stellvertreterin Silke Eder und dem Verwaltungsleiter Personalwesen, Franz-Georg Treitz, stand eine von ihnen Rede und Antwort über ihre Erfahrungen.

Monika Mischo ist gelernte Altenpflegehelferin und derzeit auf dem Weg zur examinierten Altenpflegefachkraft. Sie hat sich mit der Unterstützung durch die Agentur für Arbeit ihren Weg durch die verschiedenen Ausbildungsebenen erarbeitet und den Mut gefasst, mit 53 wieder in die Berufsschule zu gehen. Ihre Prüfungsergebnisse hat sie bisher alle mit Bravour bestanden. In der Pflege zu Arbeiten liegt ihr sehr am Herzen. „Im Umgang mit alten Menschen bekommen wir viel positives zurückreflektiert“, sagt sie. Mit ihrem Arbeitgeber ist sie sehr zufrieden. „Wir bekommen von der Pike auf alles gezeigt.“ Die Praxisanleiter sind immer da, bei Fragen gibt es immer einen Ansprechpartner. Das Team funktioniert gut. „Ich möchte bis zur Rente hier bleiben.“, erklärt Mischo.

Wie wichtig es ist, dass sich das Team wohlfühlt, wissen auch Anton Hans und Franz-Georg Treitz. „Wir finden für alles eine Lösung“, so Hans. Treitz stimmt ihm zu: „Wir denken langfristig. Wir glauben, dass sich die Investition lohnt und testen alle Möglichkeiten aus.“ Normalerweise kommt der Arbeitgeber beim Wunsch der Förderung auf die Agentur für Arbeit zu. Aber auch Angestellte können diesen Weg gehen und sich beraten lassen, sodass gemeinsam mit dem Arbeitgeber der passende Weg für die Weiterbildung gefunden werden kann.

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