Weihnachtsmarkt in Kirkel: Burgweynacht trotzt schlechtem Wetter

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Auch der ganz besondere Weihnachtsmarkt in Kirkel verzeichnete allerdings schlechtere Besucherzahlen. Dafür gab’s kleine Neuerungen.

Das Wochenende war keines für die Weihnachtsmärkte im Saarland. Einige mussten aufgrund der stürmischen Wetterverhältnisse abgesagt werden. So gesehen hatte der Förderkreis Kirkeler Burg mit seiner Burgweynacht noch Glück – hier sorgte das Wetter nicht für einen Ausfall der Veranstaltung. Doch auch unterhalb des großen Burgturms musste man feststellen, dass die Besucherzahlen wohl nicht ganz so üppig ausfielen wie in wirklich guten Jahren.

Dem routinierten Programm tat das aber keinen Abbruch, schon am Samstag bewies sich das lebendige Krippenspiel wieder als Höhepunkt der Veranstaltung. Musikalisch sorgten die Notnägel für mittelalterlich geprägte Weihnachtsmusik. Nicht nur drumherum bot das wie immer heimelig beleuchtete Handwerkerdorf mit seinen ganz unterschiedlichen Händlern eine prächtige Kulisse. In der hatte natürlich auch Rudolf Schuff vom Förderkreis Kirkeler Burg als Nikolaus seinen Auftritt. Wie in den Jahren zuvor sorgte er mit seiner prächtigen Gewandung für Aufsehen, als er um kurz nach 18 Uhr am Samstagabend – am Sonntag sollte er, wie auch die Darsteller der Krippenspiels, natürlich einen weiteren Auftritt haben – durch den Burggraben in Richtung großer Bühne schritt, angefeuert von den Musikern der Notnägel. Die hatten dort mit einer Reihe von Weihnachtsliedern schon einmal für Stimmung gesorgt. Die Ankunft des Nikolaus’ wurde gefeiert wie die eines Rockstars, „Nikolaus, Nikolaus“ schallte es über das Burgplateau. Zusammen mit seinen kleinen Helferinnen gab es dann natürlich eine kleine Gabe für die Kinder.

Man kann die Burgweynacht getrost im besten Sinne als traditionell bezeichnen, wer sich Jahr für Jahr auf diese Veranstaltung freut, der freut sich auf Beständigkeit und Verlässlichkeit im Programm. Die Besucher wissen, was sie erwartet und können sicher sein, dass auch widriges Wetter das vielköpfige Team um den Förderkreisvorsitzenden Peter Steffen nicht davon abhält, alles zu geben.

Es gibt aber immer auch wieder kleine Neuerungen. So feierte in diesem Jahr Sophie Meiser als Märchenerzählerin ihre Premiere, als Nachfolgerin von Ilona Lang. Die hatte über viele Jahre hinweg Kindern Geschichten vorgelesen, konzentriert sich jetzt aber auf ihre Rolle als Erzählerin beim lebendigen Krippenspiel. So war es an Sophie Meiser, sie ist auch neue Jugendwartin beim Förderkreis, die kleinen und ganz kleinen Gäste mit Worten zu unterhalten. Nach ihrer Premiere zeigte sich die nagelneue Märchenerzählerin zufrieden mit ihrem Auftritt. Mit eben dem, so Meiser, wolle sie ein bisschen was vom dem zurückgeben, was sie selbst als Kind bei der Märchenstunde von Ilona Lang erlebt habe. Dass sie bislang eher wenig Erfahrung im Vorlesen habe, habe sie nicht daran gehindert, sich hier ehrenamtlich zu engagieren.

Sophie Meisers Engagement dürfte den Förderkreisvorsitzenden Peter Steffen mit Sicherheit freuen, macht ein solcher Einsatz gerade junger Vereinsmitglieder doch klar, dass es weitergehen wird mit dem Einsatz für Kirkels Wahrzeichen. Überhaupt zeigte sich Steffen am Samstagabend trotz der nicht gerade idealen Rahmenbedingungen nicht zerknirscht. Eine Absage des Marktes, wie andernorts im Saarland, habe zu keinem Zeitpunkt im Raum gestanden. „Die Burgweynacht nicht zu öffnen, das gibt es nicht. Wenn nicht gerade die Bäume umfallen oder eine offizielle Sturmwarnung vorliegt, geht es bei uns immer weiter.“ Zudem, so Steffen, sei der Aufbau-Freitag in Sachen Wetter viel schlimmer gewesen, als der Samstag. So sei man durchaus mit dem Zuspruch zufrieden, „bei dem Wetter kann man einfach nicht mehr erwarten. Wir hoffen nun, dass am Sonntag noch einigermaßen taugliches Wetter ist, damit noch ein bisschen was geht“, sagte er tags zuvor.

Das war Peter Steffen und seinen Mitstreitern wirklich zu wünschen, ist der organisatorische Aufwand für eine Veranstaltung wie die Kirkeler Burgweynacht doch mit den Jahren drastisch angestiegen:

Für den Betrieb musste in der Vergangenheit ein umfangreiches Sicherheits-Konzept gestrickt werden, eine aufwendige Verkehrsregelung mit Sperrungen rund um den Burgberg und der Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes zeigten auch an diesem Wochenende, dass hinter dem schönen Weihnachtsschein viel, viel Arbeit steckt, die man als Gast auf den ersten Blick nicht wahrnimmt.