Sperrung der L 218 bei Reiskirchen spürt man nicht

Kostenpflichtiger Inhalt: Arbeiten an der A6-Abfahrt Homburg : Sperrung spürt man in Homburg kaum

Die Vorbereitungen für das dritte Ohr an der Autobahnabfahrt Homburg/Bexbach haben bisher noch zu keinen Verkehrsproblemen geführt. Entlang der Umleitungsstrecken herrscht überraschende Normalität. In Kleinottweiler fällt aber etwas anderes negativ auf.

Seit Montag ist die Richardstraße (L 218) nach Reiskirchen vorläufig von der Autobahn 6 abgehängt – doch der Umleitungsverkehr fließt bisher so flüssig, dass man von dieser Großmaßnahme nichts merkt. Zu diesem Eindruck kommt jedenfalls unsere Redaktion, nachdem sie zu mehreren Tageszeiten die offizielle Umleitungsstrecken durch Erbach (Berliner- und Dürerstraße) und die zweite mögliche durch Kleinottweiler abgefahren ist. Bestenfalls minimal erhöht ist das Verkehrsaufkommen.

Zu dieser Einschätzung kommt auch der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), der die vorbereitenden Bauarbeiten für das dritte Ohr an der A6-Abfahrt Homburg/Bexbach durchführt. Gerd Kloy, zuständig für Baukoordination und Arbeitsschutz, schreibt: „Die Arbeiten laufen reibungslos, Staus haben wir bisher nicht beobachten können.“

Unterhalb der Autobahnabfahrt Homburg/Bexbach laufen seit Montag die Arbeiten. Hier links wird ein provisorischer Parkplatz angelegt. Foto: Eric Kolling

Auch Daniel Heintz (SPD), neuer Ortsvorsteher von Kleinottweiler, hat in puncto Verkehrsaufkommen bisher noch nichts Kritisches bemerkt. „Alle waren gespannt, wie sich die Verkehrsströme verteilen. Seit Montag sieht man ein paar ausländische Laster mehr durch den Ort fahren, allerdings keine erkennbaren Verkehrslawinen. Der Verkehr hat leicht zugenommen, hat man mir bestätigt“, sagt Heintz. Es sei aber noch zu früh für eine abschließende Aussage. Viele Autofahrer machten sich wohl erst über mehrere Tage ein Bild, wo sie am besten entlang fahren. Abzuwarten sei etwa, ob sich der Verkehr über die Abkürzung Homburger-/Altstadter Straße erhöhe: „Ich habe einen genauen Blick drauf.“ Generell sieht er kritisch, dass Kleinottweiler bei der Planung des Projektes „Drittes Ohr“ ein wenig außen vor gelassen worden sei.  Als Problem augenfälliger als der Verkehr sei  der natürliche Lärm- und Sichtschutz, der durch die Rodungen um den Pendlerparkplatz an der B 423 für bauvorbereitende Maßnahmen weggefallen sei. „Der Verkehrslärm hat dadurch zugenommen“, findet Heintz. Eine Anwohnerin habe ihm berichtet, dass sie nun von der Küche freien Blick auf die A 6 habe. Kleinottweiler sei dafür, dass schnellstmöglich eine Entlastung durch die Ost-Anbindung komme. „Je schneller die Variante umsetzbar ist, desto besser“ – mit den Worten deutet Heintz an, dass die Variante 1 der Favorit auch in Kleinottweiler wäre. Am 17. September werde das Thema bei der Ortsratssitzung diskutiert, dabei wolle man sich klar positionieren.

Und welches Zwischenfazit zieht man in Erbach wegen der Umleitungsstrecke? Kristine Kulzer Weber (CDU), die neue Ortsvertrauensfrau für Homburg-Nord (Reiskirchen und Alt-Erbach), findet, „zu Stoßzeiten ist mehr Verkehr wahrnehmbar“. Es sei von der Uhrzeit abhängig. Und was die Lage in Reiskirchen angeht, sei es „grundsätzlich schwer, eine einheitliche Antwort für rund 1200 Einwohner abzugeben. Es gibt durchaus Straßen, die über die Verkehrsberuhigung froh sind. Andere wiederum stört es natürlich, dass nun ein Umweg zur Autobahn genommen werden muss.“ Für die Ratssitzung am 12. September habe sie einen Sachstandsbericht zum dritten Ohr eingebracht. Dann solle auch über die Ausweichrouten und Verbesserungsmöglichkeiten Auskunft erteilt werden.

Derweil kommen die für den LfS tätigen Firmen mit den Erdarbeiten auf Homburger Seite der A 6 gut voran: Ein provisorischer Mitfahrerparkplatz mit etwa 68 Parkplätzen (bisher 40) entsteht dort autobahnseitig längs Einfahrt zur Richardstraße. Man kann von dem Parkplatz in einer Schleife über die Richardstraße zurück zur B 423 oder über die Richardstraße auf diesen auffahren. Voraussichtlich ab Ende der nächsten Woche, so Gerd Kloy vom LfS, werde der Parkplatz zur Verfügung stehen. Wohl ab dem 16. September starten die Arbeiten zum Neubau des Pendlerparkplatzes auf Bexbacher Seite.