Chef des Saarlandmuseums Roland Mönig wechselt nach Wuppertal

Kostenpflichtiger Inhalt: Wechsel von Roland Mönig : Warum der Direktor des Saarlandmuseums überraschend geht

Der Direktor des Saarlandmuseums geht. Roland Mönig wechselt nach Wuppertal – auf eigenen Wunsch. In Saarbrücken gelang es ihm, aus einer Dauerbaustelle ein Museum zu machen.

Die Nachricht kam überraschend: Roland Mönig, seit 2013 Direktor des Saarlandmuseums und kunstwissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (SSK), verlässt das Saarland vorzeitig, um in seiner alten Heimat Nordrhein-Westfalen die Leitung des renommierten Von-der-Heydt-Museums in Wuppertal zu übernehmen.

Vier Jahre lang navigierte Mönig das durch den Baukosten-Skandal angeschlagene „Museums-Schiff“ umsichtig, fast vorsichtig durch schweres Fahrwasser, begleitete die schwierige Fertigstellung des Vierten Pavillons der Modernen Galerie – und eröffnete Ende 2017 schließlich als amtierender Direktor deren Saarbrücker Erweiterungsbau mit einer spektakulären, viel besuchten Groß-Installationsschau der US-amerikanischen Künstlerin Pae White. Es folgten unter anderem eine große Schau zu „Slevogt und Frankreich“ (29 000 Besucher), dann bis September diesen Jahres der Arte-Povera-Künstler Guiseppe Penone (bisher 16 600 Besucher). Derzeit läuft die Schau Rodin/Nauman und kommende Woche (7. Dezember) startet die Ausstellung „Man Ray – zurück in Europa“ im Saarlandmuseum.

Man sei Roland Mönig „dankbar für seine Courage“, in schwieriger Zeit den Posten angenommen zu haben. „Das Angebot des Von-der-Heydt-Museums ist auch eine Auszeichnung für die Arbeit, die Dr. Mönig mit seinem Team geleistet hat“, teilte Kuratorin und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) mit. Das Saarlandmuseum habe unter Mönigs Leitung überregional an Profil gewonnen.

In Wuppertal liegt die Latte hoch: Das Museum, das Mönig nun übernimmt, besitzt eine der reichsten Sammlungen Deutschlands. Schwerpunkte bilden Gemälde der niederländischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, Malerei und Graphik des 19. Jahrhunderts, Werke des Impressionismus sowie die Malerei des 20. Jahrhunderts, hier vor allem der Expressionismus. Mönigs im Mai in den Ruhestand verabschiedeter Vorgänger Gerhard Finckh gelangen einige Blockbuster-Ausstellungen (zum Beispiel zu Monet), bei einer jährlichen Umfrage unter NRW-Kunstkritikern belegte das Von-der-Heydt-Museum mehrfach vordere Plätze. Doch 2018 gab es die „Zitrone des Jahres“, denn die letzte von Finckh geplante Ausstellung wurde abgesagt, weil Mittel für Personal und Instandsetzung gestrichen worden waren, wie die Wuppertaler Rundschau schrieb.

Nun also geht es für den gebürtigen Bochumer zurück in die Heimat und hinauf auf der Karriereleiter. Als Interimschef des Museums Kurhaus Kleve hatte er sich vor seiner Saarbrücker Zeit einen Namen erarbeitet. Dass der Experte für die klassische Moderne, dem Sammlungsschwerpunkt in Saarbrücken, nie so recht warm wurde mit den weiteren Häusern der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, mag an der Beanspruchung durch den Erweiterungsbau gelegen haben. „Das hat viele Ressourcen gebunden“, zeigt denn auch die Ministerin Verständnis.

Sie wünscht sich – bei allem Lob für Mönig – zukünftig eine Leitung, die die historischen Sammlungen der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz und das Zeitungsmuseum wieder „mehr in Wert setzt“. Denn in der Alten Sammlung und im Museum für Vor- und Frühgeschichte am Saarbrücker Schlossplatz, in der Römischen Villa mit ihrem einzigartigen Mosaik in Nennig und vor allem auch im Zeitungsmuseum in Wadgassen gingen die Besucherzahlen während Mönigs Amtszeit dramatisch zurück. 2013 eingeführte Eintrittspreise sind dafür nur eine Erklärung. „Wir müssen über eine Neuausrichtung diskutieren, die Leute sollen sich mit den Häusern der Stiftung identifizieren“, sagt Streichert-Clivot und meint damit auch eine offensivere, ambitioniertere Vermittungs- und Kommunikationsarbeit.

Am Mittwoch tagt das Stiftungs-Kuratorium erstmals unter ihrem Vorsitz. Dann gehe es neben der Sicherstellung des mittelfristigen Ausstellungsbetriebes auch um das „aufwändige“ Profil eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin. Bis wann die neue Leitung gefunden sein soll, ist offen. Und auch wie es mit dem verwaisten Museumscafé „Schönecker“ weitergehen soll, das kürzlich Schlagzeilen machte, stehe auf der Tagesordnung.