Wirtschaft des Landkreises Neunkirchen kochte zum dritten Mal für den guten Zweck im Centrum für Kommunikation

Kostenpflichtiger Inhalt: Im CFK Spiesen : Unternehmerhände beweisen Kochkunst

Die Wirtschaft des Landkreises Neunkirchen kochte zum dritten Mal für den guten Zweck im Centrum für Kommunikation.

„Nicht schieben, wenn ich gieße!“ Wolfgang Groß und Michael Linnebacher suchen noch ihren Rhythmus, mittels dessen der eine dem anderen den Teller zügig anreicht, damit der die unglaublich leckere Portweinjus-Soße akkurat, optisch ansprechend und sauereifrei in Sekundenbruchteilen auf den strahlend weißen Teller zaubert. 135 Portionen Kalbsfilet an Gemüsetartelette und Kartoffel-Selleriepüree wollen jetzt ganz fix angerichtet und in den Saal transportiert werden. Alles eine Frage der Übung, klar, aber das hat man halt als Unternehmer – in dem Fall Stahlbauer und Hochbauer - nur bedingt, genau genommen alle zwei (oder davor vier) Jahre, wenn Klaus Häusler zum großen Benefiz-Kochen trommelt.

Dafür, dass es trotzdem funktionierte, sorgten Küchenchef Markus Haußler, der sonst täglich für 2000 Portionen gerade steht, und Oliver Rosenberger, seit Oktober Küchenleiter im Centrum für Kommunikation, CFK. Zu dem stand den Profi- und Hobbyköchen ein ganzes Spül-Team zur Seite, das den undankbarsten Part des Abends klaglos übernahm. So kann auch der dritte „Die Wirtschaft kocht“-Abend im CFK Spiesen als rundum gelungen in die Annalen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft eingehen – auch dank Tanja Spaniol. Die Marpinger Floristin hatte mit Mann und Crew den Saal unentgeltlich in ein herbstliches Stillleben verwandelt, dessen zauberhafte Blumengestecke man gegen eine Spende mitnehmen konnte.

Schwer ins Zeug legte sich auch WFG-Geschäftsführer Häusler, der überall gleichzeitig zu sein schien. Etwa bei der finalen Bilder-Auktion, wo er als Dreingabe zum Erwerb des Werks „Stille Nacht (heilige Nacht)“ das passende Lied anstimmte – mehr oder weniger freiwillig. Wer will schon Spielverderber sein, wenn Radiomoderator Eberhard Schilling als Auktionator launig den einen oder anderen Bonus verspricht, um die Gebote in die Höhe zu treiben.

Schließlich ging es um den guten Zweck. Die Lebenshilfe ist erneut Nutznießer des Events. 2017 schlemmten die Gäste zugunsten der 500 000 Euro teuren Sanierung des Wassergewöhnungsbeckens der Rothenbergschule in Dirmingen. Diesmal kommt der Erlös in den Topf für Freizeitaktivitäten: „Diese werden in der Regel nicht vom Sozialhilfeträger refinanziert“, informierte Häusler. „Weshalb die Lebenshilfe für diese Angebote auf Spenden und Zuschüsse angewiesen ist.“

Stunden bevor sich die Spendeneulen mit Scheinen füllen, schiebt Stefan Lang Aufsicht an der Sahnemaschine. Vertrautes Terrain für den Maschinenbauingenieur und Bäckermeister. Dicke weiße Sahnewülste quellen in die Schüssel. „10 Liter werden wohl drauf gehen“, aber vorsichtshalber habe er 20 Liter dabei, verrät Lang. Aus seiner Bäckerei Ziegler in Schiffweiler stammen die Einzelteile des grazilen, später am Abend „Ah“s und „Oh“s auslösenden Desserts, einem Schwan aus Brandteig.

Bei der Vergabe der begrenzten Plätze – jeder Koch durfte einen Tisch besetzen, achtete Häusler strikt darauf, dass alle sieben Gemeinden des Landkreises vertreten sind. So repräsentierten die Firmen Getränke Groß & Klein (Andreas Bosch kochte mit) und Linnebacher Bau die Kreisstadt Neunkirchen, Axel Trapp mit seinem Elektroanlagenbau als Lokalmatador Spiesen. Jörg Welter von der Sparkasse Neunkirchen war abends verhindert, hatte aber beim nachmittäglichen Schnippeln und Vorbereiten umso fleißiger mit angefasst. Christine Herrmann schaffte für die Alois Herrmann GmbH Merchweiler in der Großküche, Stefan Kunz für die Wasserversorgung Ostsaar Ottweiler.

Wiederholungstäter Wolfgang Groß vom gleichnamigen Stahlbau Illingen hatte seine Tochter Kerstin mitgebracht – eine versierte Hilfe. Die Geschäftsführerin steht zu Hause fast täglich am Herd. Mit die weiteste Anfahrt nahmen für die wohltätige Aktion Michael Krämer von Krämer IT Solution Eppelborn und seine Gäste auf sich.

Ob das von ihm mitzubereitete, „extrem geile“, weil super zarte Kalbfilet allerdings gourmettechnisch den Vogel abschoss oder doch das sämige, Glückshormone en Masse ausschüttende Maronenschaumsüppchen, wird wohl nie ganz zu klären sein.

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