Nach Absturz von Kampfjet: Luftwaffe der USA fliegt wieder in der Region

Kostenpflichtiger Inhalt: Trotz Kritik der Fluglärm-Gegner : Nach Absturz eines Kampfjets nahe Trier – US-Luftwaffe startet wieder Übungsflüge über dem Saarland

Tornado- und F-16-Piloten können wieder über dem Saarland und über Rheinland-Pfalz ihre Übungsflüge absolvieren. Schon vor deren Wiederaufnahme setzt erneut heftige Kritik der Fluglärm-Gegner ein.

Eine Woche nach dem Absturz eines US-Kampfjets in der Südeifel hat der amerikanische Flugplatz Spangdahlem am Dienstag (15. Oktober) seinen Flugbetrieb wieder aufgenommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur DPA.

Unterdessen hält die Kritik an über der Region kreisenden Düsenfliegern an. So will die Bürgerinitiative gegen Fluglärm, Bodenlärm und Umweltverschmutzung bereits am Tag vor der Ankündigung des US-Militärs wieder „Kreisfliegerei im Saarland“ registriert haben. Insbesondere seien die Piloten mit ihren Maschinen immer wieder über die Uni-Klinik in Homburg hinweggezogen.

Generell halten es die Militärflug-Gegner nicht für zuzumuten, dass gerade über dicht besiedeltem Gebiet wie dem Saarland Übungsflüge stattfinden. So sei es nur eine Frage der Zeit, wann es zu einer Katastrophe kommt. So habe die vergangene Woche abgestürzte F-16 zuerst ihre Bahnen über Wadern und damit über bewohntem Gebiet hinweg gezogen, bevor sie abdrehte und wenig später zerschellte. Ein Sprecher der Bürgerinitiative mit Sitz in Kaiserslautern, die mit eigenem Radar solche Flüge registriere, zählte einige Abstürze vergangener Jahre auf.

Gleichzeitig warnen die Kritiker vor den Folgen für die Umwelt durch Spezialtreibstoffe, die hochgiftig sein sollen. Darum setzen sie auf die Hilfe von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Die Saarländerin hatte angekündigt, sich zügig dem Thema Fluglärm anzunehmen. Bisher geschah jedoch nichts.

Die Übungsflüge der Militärflugzeuge waren vorübergehend eingestellt worden, nachdem am vergangenen Dienstag ein Kampfjet vom Typ F-16 über einem Waldstück bei Zemmer (Kreis Trier-Saarburg) abgestürzt war. Der Stopp erfolgte, weil sich der Luftwaffenstützpunkt auf „Aufgaben und Arbeiten“ konzentrieren wollte, „die mit dem Unfall in Zusammenhang“ standen, wie die Sprecherin erklärt hatte.

Der Pilot hatte sich bei dem Routine-Übungsflug per Schleudersitz gerettet. Die Sprecherin teilte mit, Untersuchungen zur Absturzursache seien im Gange und könnten Wochen bis Monate dauern.

(dpa)
Mehr von Saarbrücker Zeitung